In Italien leben über sieben Millionen Menschen in sogenannter „Transportarmut“, einer noch immer wenig bekannten Form sozialer Benachteiligung. Sie ist gekennzeichnet durch die Unfähigkeit, sich die Kosten für öffentliche oder private Verkehrsmittel zu leisten, und den fehlenden oder eingeschränkten Zugang zu den Verkehrsmitteln, die für den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Arbeitsplätzen sowie wirtschaftlichen und sozialen Chancen notwendig sind. Regional ist diese Situation in bestimmten Gebieten Sardiniens und Siziliens besonders ausgeprägt.

Diese Daten stammen aus einer Studie zur Verkehrsarmut in Italien, die heute vom Transport Poverty Lab vorgestellt wurde. Die Studie wurde von der Stiftung für nachhaltige Entwicklung mit Unterstützung von Tper und Nordcom, unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission, des Ministeriums für Umwelt und Energiesicherheit und des Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr sowie in technischer Zusammenarbeit mit dem Sharing Mobility Observatory und der Transform Transport ETS Foundation durchgeführt.

Dem Bericht zufolge sind in unserem Land etwa 1,2 Millionen Familien gleichzeitig von Armut bedroht und sehen sich mit besonders hohen Mobilitätskosten konfrontiert.

Gleichzeitig leben 7,3 Millionen Bürger in Gebieten mit unzureichendem öffentlichen Nahverkehr. Die geografischen Unterschiede sind deutlich, wobei die südlichen Regionen am stärksten betroffen sind. Wie bereits erwähnt, sind die Daten für Sardinien wie auch für Sizilien aufschlussreich, aber negativ. Tatsächlich sinkt die Verfügbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs auf der Insel in einigen Gebieten unter 200 Sitzkilometer pro Einwohner, verglichen mit einem nationalen Durchschnitt von 4.623 und über 16.000 Sitzkilometern in Mailand (ein Sitzkilometer ist die Maßeinheit für die Verfügbarkeit im öffentlichen Nahverkehr und definiert die Beförderung eines verfügbaren Sitzplatzes (sitzend oder stehend) in einem Fahrzeug über eine Strecke von 1 km).

(Unioneonline/lf)

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