„Wir dachten, wir würden sterben.“ Die Berichte einiger Passagiere verdeutlichen die Tragödie, die sich auf der GNV-Fähre ereignete, die letzte Nacht vor der Küste Korsikas strandete, weil im Maschinenraum ein Feuer ausbrach und die Motoren ausfielen. Dadurch wurde die Fahrt von Porto Torres nach Genua für 763 Passagiere und 113 Besatzungsmitglieder zu einem Albtraum.

„Als die Rettungsboote halb zu Wasser gelassen wurden, dachten wir: ‚Das ist das Ende‘“, erzählt eine Frau aus Esporlatu, die mit ihrer Familie reiste, mit zitternder Stimme. „Wir aßen gerade in der Pizzeria des Schiffes zu Abend, als wir ein lautes Motorengeräusch hörten und sich dann Rauch im ganzen Schiff ausbreitete. Wir gingen sofort an Deck, um zu sehen, was los war, aber wir sahen nur dichten Rauch. Kurz darauf wies uns die Besatzung an, uns an den Sammelplätzen an Deck einzufinden, da es im Maschinenraum brannte.“

Dann zogen sie ihre Rettungswesten an, und als sie sahen, wie die Rettungsboote für die Evakuierung zu Wasser gelassen wurden, brach Panik aus: „Wir dachten an die Moby Prince; es war furchtbar. Meine Tochter weinte, und die Informationen, die wir erhielten, waren bruchstückhaft und nicht beruhigend“, fährt die Frau fort.

Zunächst wurde erwogen, die Fahrt mit den Reservemaschinen fortzusetzen, eine Möglichkeit, die später nach dem Eingreifen der französischen Schifffahrtsbehörden verworfen wurde: „Sie beschlossen, das Schiff zurück in den Hafen zu schleppen, da es nicht mehr fahrtüchtig war.“

Dann folgte eine endlose Nacht an Deck: „Wir bekamen Wasser und Decken, aber heute Morgen waren sie alle aufgebraucht. Wir durften zurück in unsere Kabinen, aber es gab keine Klimaanlage, und wegen der Hitze und des Rauchgeruchs war das Atmen schwer“, sagt der Passagier, der sich dennoch bei der Besatzung bedanken möchte. „Sie haben alles getan, um uns zu helfen.“

Zum Schluss noch ein Gedanke darüber, was passiert wäre, wenn die Flammen die Garage erreicht hätten: „Das wäre eine Tragödie gewesen.“

(Unioneonline)

© Riproduzione riservata