Seine Mission im Quirinal endete am 30. April. Pietro Catzola, der am 10. April seinen 67. Geburtstag gefeiert hatte, verabschiedete sich von der Küche des Präsidentenpalastes mit Tomatengnocchi, mit Thymian gewürztem Gelbschwanzmakrelen und Spinatgratin. Bevor er sich schließlich von einem 13.000 Tage währenden Abenteuer verabschiedete, servierte er eine Sebada, ein Dessert, das untrennbar mit seiner geliebten Heimat Sardinien verbunden ist. Der aus Triei stammende Koch wurde vom Staatspräsidenten Sergio Mattarella und in einer kleinen Zeremonie am Lungotevere von Giuseppe Berutti Bergotto, dem Stabschef der italienischen Marine, empfangen. In den Reihen der Marine hatte Catzola vor seiner Ernennung zum Quirinal (November 1989) gedient.

Das Blatt

„Was für ein Abenteuer! Wunderbar. Ich werde den Quirinalpalast vermissen.“ Pietro Catzola bräuchte ein ganzes Adjektivlexikon, um zu beschreiben, wie es war, im Präsidentenpalast zu arbeiten, wo ihn Francesco Cossiga nach einem Treffen und der Würdigung seiner Person auf der „Amerigo Vespucci“ ansprach. Er wählt ein Adjektiv – „wunderbar“, in der Tat –, das seine brillante Karriere treffend zusammenfasst. In dieser Zeit bereitete er Mittagessen und Empfänge für die wichtigsten Persönlichkeiten der Welt vor, von Prinz Charles bis Michail Gorbatschow, von den Europameistern von 2021, Italien, bis hin zu Jannik Sinner. Er gibt zu, bei seinem letzten Aperitif mit Mattarella Tränen vergossen zu haben. „Mit einem Präsidenten wie ihm, den ich wirklich sehr verehrt habe, und auch mit seinen Vorgängern, war es fantastisch, dort zu sein.“

Das Abenteuer

Am 1. Mai begann Pietro Catzolas drittes Leben. Er wurde in eine bescheidene, fleißige Familie geboren (sein Vater war Bauer, seine Mutter Hausfrau) und war der Älteste von vier Brüdern im ältesten Viertel von Triei, Sa Caladorgia. In einem Buch, das bei Solferino erschienen ist, erzählt Catzola seine Lebensgeschichte, angereichert mit Rezepten, Erinnerungen, Anekdoten, Gerichten und Ratschlägen. Die Zukunft? „Vielleicht schreibe ich noch ein Buch. Dann möchte ich die Studenten der Hotelfachschulen kennenlernen und öfter in meine Heimatstadt zurückkehren. Vor allem aber werde ich Großvater.“

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