Er reißt die seit Tagen dort stehenden Platzhalter-Sonnenschirme aus dem Boden und wirft sie weg: „Der Strand gehört allen.“
Ein 26 Sekunden langes Video in La Caletta porträtiert Claudio Stangoni als Verfechter der Regeln des zivilen Zusammenlebens: „Wir heißen Touristen willkommen, aber wir brauchen Respekt.“„Das ist ein Strand für alle. Nicht für diejenigen, die hier einfach ihre Sonnenschirme aufstellen, wie es ihnen passt. Bringen Sie sie jetzt zurück.“ Darauf folgt eine Beleidigung. Ein 26-sekündiges Video zeigt, wie er die Strandutensilien einer kleinen Touristengruppe in die Mülleimer wirft. Die Touristen sind durch Italien gereist und haben den 51-jährigen Claudio Stangoni aus Siniscola zu einem Verfechter zivilisierten Verhaltens an Sardiniens Stränden gemacht.
Was hat er getan? „Meine Pflicht“, sagt er. Nämlich die Sonnenschirme zu entfernen, die einige Leute über Nacht am Strand von Siniscola zurückgelassen hatten, weil sie meinten, sie könnten sich ein Stück Küste einfach aneignen, als gehöre es ihnen rechtmäßig.
Stangoni ist weder Rettungsschwimmer noch Umweltbeauftragter: „Ich bin einfach nur ein Strandbesucher, dem sein Strand am Herzen liegt.“ Als Angestellter geht er oft frühmorgens mit einem Freund in La Caletta spazieren. „Und die Sonnenschirme standen schon zwei Tage zuvor da. Am nächsten Tag kamen wir an der Gruppe vorbei: Es waren Touristen zwischen 40 und 50 Jahren. Auch sie beschwerten sich über das Seegras im Sand.“
Dann noch ein Spaziergang. Und alles war noch da: „ Die Strandreinigungsmaschine, für die wir bezahlen, musste im Slalom fahren. Ich konnte nichts mehr sehen“, sagt er. Er riss die Sonnenschirme aus dem Boden, während ein Freund filmte. Und er warf sie in die Mülltonnen.
Das Video der Szene verbreitete sich rasant in den sozialen Medien: „Ich möchte eine klare Botschaft vermitteln: Wir heißen Touristen herzlich willkommen“, betont Stangoni, „aber es gibt Regeln, an die man sich halten muss.“ Reaktionen auf seinen Protest? „Einige Touristen schrieben mir, dass wir verhungern würden, wenn sie nicht da wären. Ein anderer schrieb, dass er mein Auto anzünden würde, wenn ich das mit seinem Regenschirm machen würde. Vergessen wir’s.“