„Ich würde alles wieder genauso machen. Ich habe zwei Kinder, die ich über alles liebe. Ich möchte, dass sie wissen, dass Ehrlichkeit an erster Stelle steht.“ Keine Reue, eine klare Botschaft. Davida Azara stammt aus Arzachena, ist 42 Jahre alt, „ich bin Klempnerin und arbeite für eine Klempnerfirma“ und hegt eine (zugegebenermaßen etwas zurückhaltende) Leidenschaft fürs Tauchen. Am 25. Mai 2023 fand sie vor der Küste von Arzachena, etwa 100 Meter vom Strand Capriccioli entfernt, in nur drei Metern Tiefe einen Schatz: rund 50.000 römische Münzen aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.

Als vorbildlicher Bürger alarmierte er umgehend die Behörden; das Kulturministerium hatte von einem außergewöhnlichen Fund gesprochen. Er hoffte auf die gesetzlich vorgesehene Belohnung. Doch Fehlanzeige: Zuerst teilte ihm das Ministerium für Kulturerbe, Aktivitäten und Tourismus (MIC) und dann das Regionale Verwaltungsgericht (TAR) auf seinen Antrag hin mit, dass ihm keine zustehe. Der Grund? Es handelte sich nicht um einen Zufallsfund, wie es das Gesetz zur Auszahlung der Belohnung (ein Fünftel des Wertes des Fundstücks) vorsieht: Azara hatte einen Metalldetektor an Bord seines Beiboots. Und dieses Gerät, so die Begründung für die Ablehnung seines Antrags, habe ergeben, dass der Taucher gezielt nach etwas gesucht und es nicht durch reinen Zufall gefunden habe.

„Ich habe meine Pflicht als Bürger erfüllt. Es gibt Gesetze, die man respektieren muss. Wenn mir die Entschädigung verweigert wurde, muss es dafür Gründe geben.“ Nach dem Urteil von vor wenigen Tagen herrscht Verbitterung. Verstärkt wird diese durch die zahlreichen Kommentare in den sozialen Medien. Der Tenor? Kritik am Staat. Doch auch er selbst sagt: „Manche behaupten, ich hätte die Münzen behalten und sie vielleicht auf dem Schwarzmarkt verkaufen sollen. Aber wenn alle so denken, wo bleibt dann die Ehrlichkeit?“

Nach dem Fund unterstützte Azara die Spezialteams während der Bergungsphase: „ Alle gratulierten mir. Ich bekam viel Lob. Aber das war auch schon alles“, fügt er mit einem Anflug von Bedauern hinzu . Der 42-Jährige gibt jedoch nicht auf: Er versuchte, seine Rechte (oder die, auf die er seiner Meinung nach Anspruch hatte) geltend zu machen. Über seinen Anwalt Nicola Norfo legte er Berufung beim Verwaltungsgericht ein, nachdem ihm das Ministerium jegliche Anerkennung verweigert hatte. Auch die Richter konnten ihn nicht zufriedenstellen: „Was soll ich jetzt tun? Ich weiß es nicht, wir werden sehen. Aber sie können mich sicher nicht dazu zwingen, gegen den Staat zu kämpfen.“ Hoffnungen? „Nun ja, es war ein wichtiger Fund: Ich hoffe, dass diese Münzen wenigstens in Museen ausgestellt werden können, damit die Menschen etwas darüber erfahren.“

© Riproduzione riservata