Die Untersuchung zum Tod von Gaia Costa, der 24-Jährigen aus Tempio Pausania, die am 8. Juli beim Überqueren der Straße an einem Fußgängerüberweg auf der Via Aga Khan in Porto Cervo während einer Pause vom Babysitten angefahren wurde, ist eingestellt worden.

Die junge Frau wurde von einem Geländewagen erfasst, der von der deutschen Managerin Vivian Spohr, Ehefrau des Lufthansa-Chefs Carsten Spohr, gesteuert wurde. Die beiden befanden sich mit ihrer Familie im Urlaub an der Costa Smeralda. Gegen Spohr, vertreten durch die Anwälte Alessandro Vitale und Angelo Merlini, wird wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr ermittelt. Die von der Staatsanwaltschaft Tempio Pausania und der Staatsanwältin Milena Aucone angeordneten technischen Untersuchungen des Mobiltelefons der Managerin und des von ihr gefahrenen Wagens sind abgeschlossen.

Laut der Rekonstruktion des Unfallhergangs an jenem späten Julimorgen wurde sie gegen 13 Uhr beim Überqueren eines Fußgängerüberwegs angefahren. Laut dem Sachverständigen Marco Antonio Pes ist das plötzliche Wiederanfahren des Geländewagens, genau als sich die junge Frau vor dem Fahrzeug befand, „höchstwahrscheinlich auf eine schwere und anhaltende Ablenkung seitens der Fahrerin zurückzuführen, die nicht bemerkte, was rechts von ihr geschah, sondern sich darauf beschränkte, zu prüfen, ob das vorausfahrende Fahrzeug genügend Platz zum Weiterfahren geschaffen hatte.“

Laut Untersuchung war die Ablenkung der Fahrerin die Unfallursache, obwohl sie, entgegen anfänglicher Vermutung, nicht ihr Handy während der Fahrt benutzte . Es ist zudem unwahrscheinlich, dass der Unfall auf einen Fahrzeugmangel oder andere äußere Ursachen zurückzuführen ist. Der Bericht betont, dass die Fahrerin „vollständige Sicht auf den Fußgängerüberweg“ hatte.

Videoaufnahmen der Überwachungskameras, die unmittelbar nach dem Unfall von den Carabinieri in Porto Cervo gesichert wurden, ermöglichten die Rekonstruktion des Unfallhergangs, der dem Zusammenstoß zwischen dem Geländewagen und der 24-jährigen Frau vorausging. Die Familie des Opfers, vertreten durch Rechtsanwalt Antonello Desini, beauftragte zudem die Sachverständigen Gian Luca Langiu und Dr. Gian Luca Lombardi, die gemeinsam mit den von der Staatsanwaltschaft beauftragten Experten jeden einzelnen Schritt des Unfalls rekonstruierten.

(Unioneonline)

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