Brotzu, Zweifel und Spannungen rund um den „Sheriff“-Chirurgen
Als Arzt würde er zusätzliche Aufgaben übernehmen, darunter die Anweisung von Bauarbeiten. Die Besorgnis unter den Mitarbeitern wächst. Die USB fordert Aufklärung.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Er hat einen Namen (oder besser gesagt zwei) und einen Nachnamen: Steven Claudio Masotti. Seine offizielle Position: Ärztlicher Direktor der Gefäßchirurgie, ernannt am 19. Dezember. Doch bei Brotzu scheint die wahre Rolle dieses nicht-sardischen Arztes, der mit 68 Jahren nach Cagliari kam, innerhalb von Arnas ein Geheimnis zu sein. In San Michele und Businco wird immer mehr über ihn gesprochen. „Um Himmels willen, mein Name darf nicht in der Zeitung landen!“, lautet die ängstliche Warnung derer, die hinter den Kulissen reden. Und es entsteht ein Bild, das eher Autorität als Präzisionschirurgie ausstrahlt. Masotti – ohne Arztkittel, aber auch ohne Schutzausrüstung – wird auf Baustellen gesehen, wie er Arbeiter antreibt, soll in Begleitung eines ungenannten „Regionalingenieurs“ unterwegs sein, Anweisungen auf verschiedenen Ebenen erteilen und ein Vertrauensverhältnis zum Geschäftsführer Maurizio Marcias pflegen. Einige haben dieses Verhalten als Einmischung aufgefasst und mit Rücktritt gedroht.
Aus dem verhaltenen Gemurmel ist ein großes Getöse geworden. Masotti erhielt kürzlich eine Stelle in der Spezialeinheit für zeitabhängige Pathologien, einer Gruppe, die andere Spezialisten im Brotzu-Sektor außen vor ließ.
Ein Gewerkschaftsvertreter, Gianfranco Angioni von der USB, beschloss, Manager Marcias in einem formellen Schreiben um Aufklärung zu bitten. Ohne Namen zu nennen, spricht er von einer „Person, die zwischen Abteilungen, Operationssälen, Servicebereichen und sogar internen Baustellen hin und her geht und dort mit den Mitarbeitern kommuniziert, Kontrollen durchführt und interagiert“. Es gibt sogar einen Spitznamen: „‚Der Sheriff ohne Dienstmarke‘“, so Angioni, „was die weit verbreitete Wahrnehmung einer operativen Rolle widerspiegelt, die sich nicht eindeutig auf eine formale Zuweisung zurückführen lässt.“ Seine „Eingriffsmethoden werden als äußerst autoritär wahrgenommen, mit direkten Hinweisen auf mögliche disziplinarische Konsequenzen.“ Auf Nachfrage antwortet Marcias: „Die Geschäftsleitung weiß nichts von den Berichten.“ Doch diese Schilderung könnte erst der Anfang sein.
Enrico Fresu
