Diplomatie und 007 im Einsatz für Alberto Trentini: Ein Wendepunkt wird erwartet.
Es werden Kontakte geknüpft, und drei weitere Personen wurden aus dem Gefängnis entlassen, darunter die italienisch-venezolanische Buzzetta Pacheco.Diplomatie und Geheimdienste arbeiten unermüdlich auf verschiedenen Plattformen daran, Alberto Trentini, den venezolanischen Entwicklungshelfer, der seit über vierhundert Tagen in Venezuela inhaftiert ist, und die anderen italienischen Gefangenen nach Hause zu bringen. Nach der Freilassung der ersten beiden – Biagio Pilieri und Luigi Gasperin – wächst die Hoffnung, dass ein Durchbruch für den 46-Jährigen, der am 15. November 2024 verhaftet und im Gefängnis El Rodeo am Stadtrand von Caracas festgehalten wird, bevorsteht. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, wie die schleppenden Freilassungen durch die venezolanischen Behörden zeigen. Laut der NGO Foro Penal wurden bisher nur zwölf Häftlinge freigelassen, drei davon in den letzten Stunden. Unter ihnen befindet sich angeblich der venezolanisch-italienische Staatsbürger Antonio Gerardo Buzzetta Pacheco, besser bekannt als „Nino“, der am 30. September 2024 verhaftet wurde. Für Trentini könnte es daher noch einige Tage dauern.
Aktuell gehen Quellen, die den Fall verfolgen, davon aus, dass die Freigelassenen (darunter Pilieri) Teil der unmittelbaren Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und den neuen venezolanischen Machthabern waren. Für die übrigen, die nicht in diese Vereinbarung einbezogen wurden, wird mehr Zeit benötigt, unter anderem aufgrund der komplexen bürokratischen Abläufe. Die nächsten Stunden könnten entscheidend sein und dazu beitragen, die bereits laufenden Kontakte auf diplomatischer und geheimdienstlicher Ebene voranzutreiben. Dies gilt auch für den Vatikan, da seit Beginn der Affäre hinter den Kulissen diplomatische Bemühungen unternommen werden. Mehrere Quellen bestätigen zudem, dass der Vatikan und Italien derzeit zusammenarbeiten, um den Weg für die Rückführung der Landsleute zu ebnen. Die Verhandlungen finden daher auf verschiedenen Ebenen und mit größter Diskretion statt. Um dem Ganzen weiteren Schwung zu verleihen, ist es nicht auszuschließen, dass nach den Äußerungen von Premierministerin Giorgia Meloni auf der Pressekonferenz der neuen venezolanischen Präsidentin Delcy Rodríguez weitere Unterstützung zuteilwird.
Italien ist, so die Argumentation, die sich über den Atlantik verbreitet, bereit, die neue Richtung des Karibikstaates nach Kräften zu unterstützen, unter anderem durch Vermittlung auf internationaler Ebene und in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Die Freilassung der Gefangenen wirft jedoch auch rechtliche Fragen auf, da einige – darunter Trentini und einer der anderen – ohne Verurteilung oder konkrete Anklagepunkte im Gefängnis sitzen. Eine Möglichkeit wäre eine Generalamnestie der venezolanischen Behörden. „Wir warten in respektvoller Stille, um die Familie nicht zu beunruhigen. Wie alle anderen warten wir voller Zuversicht; wir glauben daran“, erklärt die Schauspielerin Ottavia Piccolo, Präsidentin von Articolo 21 und Bewohnerin des Lido von Venedig. Neben Trentini bestehen auch große Hoffnungen für den Turiner Buchhalter Mario Burlò, dessen Anwalt Maurizio Basile gestern von einer „Frage der Stunden“ sprach.
Seit November 2024 inhaftiert, sollte er gestern Vormittag per Videoschaltung an seinem Prozess in Italien teilnehmen, wo ihm Verschwörung zur Begehung von Steuerverbrechen vorgeworfen wird. In Venezuela fanden unterdessen erneut Mahnwachen und Gebete vor den Gefängnissen statt. Familienangehörige und Menschenrechtsaktivisten warteten dort auf Neuigkeiten. Die einhellige Forderung lautet: „Alle Gefangenen müssen freigelassen werden“ (que sean todos). Der Informationsmangel wird als weitere Form der psychischen Folter angesehen, der Oppositionelle ausgesetzt sind.
(Unioneonline)