Der Handel mit Scottish Fold- und Sphynx-Katzen ist in den Niederlanden ab dem 1. Januar verboten.
Die beiden Rassen, die zu den bekanntesten und in den sozialen Medien am häufigsten präsentierten gehören, gelten als Ergebnis extremer genetischer Selektion.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Scottish Folds und Sphynx-Katzen in den Niederlanden verboten . Die beiden Katzenrassen, die zu den bekanntesten und in den sozialen Medien am häufigsten präsentierten zählen, dürfen ab dem 1. Januar 2026 nicht mehr im Land erworben werden. Grund dafür ist ein neues Tierschutzgesetz , das den Handel mit diesen Tieren verbietet, da sie als Ergebnis extremer und schädlicher genetischer Selektion gelten. Die Maßnahme, die Ende Oktober im niederländischen Amtsblatt veröffentlicht wurde, ist nun vollständig in Kraft. Tatsächlich ist dies nicht ganz neu: Die Zucht dieser beiden Rassen war bereits seit einiger Zeit verboten, der Import aus dem Ausland jedoch weiterhin erlaubt. Diese Gesetzeslücke wurde nun endgültig geschlossen. Das Gesetz hat jedoch keine rückwirkende Kraft: Wer bereits eine Scottish Fold oder Sphynx besitzt, darf diese weiterhin halten , muss sie aber registrieren, chippen und den Besitz den zuständigen Behörden melden.
Doch was macht diese Katzen so begehrenswert und gleichzeitig so verletzlich? Bei Scottish Folds ist ihr charakteristisches Merkmal – die gefalteten Ohren – mit einer Genmutation verbunden, die schwere Erkrankungen verursachen kann: oft zu einem Schlitz verengte Nasenlöcher, abnormales Knochenwachstum, Gelenkfehlbildungen und Krallen, die in die Ballen einwachsen. Auch andere Probleme können lebenswichtige Organe wie Leber und Herz betreffen. Sphynx-Katzen, bekannt für ihr fehlendes Fell, zahlen einen hohen Preis für genau dieses Merkmal. Ihre Haut, die nur von einem feinen Flaum bedeckt ist, macht sie besonders anfällig für Sonnenbrand und Hautkrebs . Das Fehlen von Haaren in den Gehörgängen begünstigt die Ansammlung von Schmutz und Verunreinigungen und erhöht so das Infektionsrisiko. Auch die Wärmeregulierung ist ein ständiges Problem: Ohne schützendes Fell verlieren diese Katzen mehr Körperwärme als andere Katzenarten.
Wunderschön, ikonisch, aber extrem empfindlich und pflegebedürftig . Scottish Folds und Sphynxkatzen sind jedoch keine Einzelfälle. Zahlreiche Tiere – darunter auch Hunde – sind das Ergebnis genetischer Selektion, bei der Ästhetik über Gesundheit gestellt wird. Ein Paradebeispiel sind brachycephale Hunde mit ihren flachen Gesichtern und runden Schädeln, die oft ihr Leben lang unter schweren Atemproblemen leiden. Die Entscheidung der Niederlande entfacht die Debatte um die Grenze zwischen Tierliebe und der Ausbeutung ästhetischer Merkmale neu und könnte als Vorbild für den Rest Europas dienen.
(Unioneonline/vf)
