Er ging leise fort, ohne jemanden zu stören. Mit wachsamen, aufmerksamen Blicken und geistreicher Geistesgegenwart bis zuletzt nahm Rosario Dei heute im Morgengrauen Abschied von allen. Im hohen Alter von 96 Jahren. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Er war fünfzehn Jahre lang, von 1975 bis 1990, Gemeindesekretär in Lanusei und langjähriger Angestellter desselben Berufsstandes in anderen Städten seiner Heimatregion Ogliastra; er war ein Symbol der öffentlichen Verwaltung.

Gerecht und gewissenhaft beriet er mehrere Bürgermeister und half ihnen, die Fallstricke einer bisweilen zermürbenden Bürokratie zu umgehen. Er erlebte eine Reihe von Bürgermeistern rivalisierender Lager und protokollierte bissige Abstimmungserklärungen in hitzigen Stadtratssitzungen. Er blieb stets standhaft. Als Mann des Rechts verstand er es, Jurisprudenz und gesunden Menschenverstand zu vereinen. Keine kalte Verschmelzung, sondern eine Mischung, genährt von angeborenem Witz und nie vulgärem Sarkasmus. Sein Lächeln stand dem seines Bruders Tonio, des unvergesslichen Dramatikers, in nichts nach und verstand es, die Laster und Tugenden der Ogliastra-Bevölkerung in unwiderstehliche Bühnenstücke zu verwandeln.

Da ihm die Sterne nun wohlgesonnen sind, weiß Rosario Dei, wie er sich revanchieren kann. Und er wird den Engeln ein paar Kochtipps geben. Jeder, der seine Fischsuppe in seinem Landhaus in Sèssula gekostet hat, wird schwören, noch nie etwas so Köstliches gegessen zu haben.

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