Eine neue Verordnung der Stadt Cabras sorgt für Aufsehen – oder besser gesagt, sie bricht die dreizehnjährige Stille. Zumindest an den Feiertagen können die Einwohner nun wieder die Glocken läuten hören. 2013 wurden sie aufgrund ihres übermäßigen Lärms, der die zulässigen Grenzwerte überschritt, per Gerichtsbeschluss verboten. Zuvor hatten zwölf Anwohner protestiert und die Kirche wegen der Lärmbelästigung verklagt. Nun aber, zumindest an den wichtigsten Feiertagen, wird ihr Klang zurückkehren.

Die Verordnung

Dies ist ein Geschenk für die Stadt. Vor dreizehn Jahren rebellierten viele Einwohner von Cabras gegen die Proteste der Anwohner der Kirche Santa Maria. Jahre später hat Bürgermeister Andrea Abis eine Lösung gefunden: „Die Sonderverordnung, die den Gebrauch der Glocken an bestimmten religiösen Feiertagen, zu einer festgelegten Zeit und für einen bestimmten Zeitraum regelt, ermöglicht es, die Glocken wieder erklingen zu lassen, unabhängig von der Entscheidung des Richters, die im Wesentlichen über den täglichen und regelmäßigen Gebrauch der Glocken entschieden hatte. Dies ist jedoch eine außerordentliche und befristete Ausnahme. Das Läuten der Glocken im Rahmen von Gottesdiensten ist ein traditionelles und symbolisches Element, das eng mit den liturgischen Feiern und dem Gemeindeleben verbunden ist.“ Abis betont, dass es einen Grund dafür gibt, warum so viele Jahre vergangen sind: „Das gesamte System benötigte nach Jahren der Inaktivität eine Generalüberholung und umfangreiche Wartungsarbeiten. Die Gemeinde hat dafür bereits vor einiger Zeit zehntausend Euro bereitgestellt. Deshalb wurde die Verordnung erst jetzt erlassen.“

Die Regeln

Wie in der Verordnung festgelegt, ist das außerordentliche Läuten der Glocken am ersten Weihnachtsfeiertag, dem 24. und 25. Dezember, gestattet. Ebenso ist es an Ostern vom Vorabend des Festes bis Ostermontag erlaubt, anlässlich des Festes des Heiligen Salvatore, des Schutzpatrons, sowie der Feste des Heiligsten Herzens Jesu, des Heiligen Antonius und des Heiligen Petrus. An diesen Tagen ist das außerordentliche Läuten von 6:30 Uhr bis 13:00 Uhr und von 16:00 Uhr bis 23:30 Uhr gestattet. Die Glocken dürfen 15 Minuten vor Beginn und bis zu 10 Minuten nach Ende der Feier geläutet werden. Pfarrer Monsignore Giuseppe Sanna macht aus seiner Freude keinen Hehl: „Die Glocken, die in Momenten der Feier die Gemeinde zusammenbringen und ihr ein Gefühl von Freude und Zusammengehörigkeit vermitteln, haben gefehlt. Dank dieser Verordnung werden sie nun endlich wieder läuten.“ Die Stadt hat nach 13 Jahren tatsächlich wieder die Glocken läuten hören: Am vergangenen Samstagmorgen, früh am Morgen, trugen Läufer die Statue des Heiligen Salvatore in einer Prozession vor der Kirche. Vor dem Barfußlauf erlebten alle eine unerwartete Überraschung, gefolgt von großem Applaus.

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