Zwei Motorradfahrer starben innerhalb von 24 Stunden, ein dritter wurde bei drei separaten Unfällen in der Region Nuoro lebensgefährlich verletzt. Mit den steigenden Temperaturen kehrt die typische Frühsommer-Katastrophe zurück: Hunderte von Zweiradbegeisterten zieht es auf Sardinien ins Landesinnere, wo sie kurvenreiche und adrenalingeladene Fahrten unternehmen. Viele kehren mit atemberaubenden Bildern für die sozialen Medien zurück, andere mit einem Kloß im Hals: der Verlust eines Freundes, eines Vaters, eines Familienmitglieds.

Manchmal genügt schon ein ungeschützter Leitplankenpfosten oder etwas Sand auf dem Asphalt. Giovanni Pintor, der den tragischen Unfall von 2017 auf der Autobahn Nuoro-Macomer überlebte, bei dem seine Brüder Matteo und Francesco Pintor ums Leben kamen, als sie gegen eine als mangelhaft eingestufte Leitplanke prallten, schritt nach einem weiteren tragischen Tag auf Sardiniens Straßen ein . Seitdem ist er durch die Vereinigung „#AdessoBasta“ und sein internationales Engagement für sichere Mobilität zu einem Symbol des Kampfes für mehr Verkehrssicherheit auf Sardinien geworden.

Von New York aus, wo er derzeit lebt, kommentiert Pintor scharf: „Die Situation ist beschämend. Wir kennen die Lösung seit Jahren, und trotzdem sterben weiterhin Menschen so – völlig unnötig. Es würde genügen, Leitplanken wie Blitzer zu behandeln: Sie zu registrieren und alle auszutauschen, die nicht den modernsten Sicherheitsstandards entsprechen. Heute sind wieder zwei Familien in Not geraten. Ich verstehe nicht, wie die Verantwortlichen für unsere Straßen ruhig schlafen können. “ Diese Anschuldigung rückt die Sicherheitslage auf sardischen Straßen, insbesondere auf den von Motorradfahrern in der Sommersaison stark frequentierten Strecken, erneut in den Vordergrund.

Seit Jahren fordern Verbände und Angehörige der Opfer den Austausch veralteter Leitplanken und dringende Straßeninstandhaltung, doch die Zahl der Unfälle steigt mit dem Eintreffen der ersten Touristen und Motorradtreffen weiter an. Und während spektakuläre Bilder der Supramonte-Kurven und der Landstraßen in den sozialen Medien kursieren, kämpft Sardinien weiterhin mit einer langen Reihe von blutigen Unfällen, die sich jeden Sommer aufs Neue ereignen.

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