Tragödie in Bancali: Die Familie des verstorbenen Häftlings: „Er war verzweifelt, jetzt wollen wir die Wahrheit.“
Ein paar Stunden später sollte ihn seine Mutter besuchen: „Er hatte gehofft, im Juli freigelassen zu werden, aber sein Antrag wurde abgelehnt. Im Mai haben sie ihn mit siedendem Öl übergossen.“Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
„Wir wollen wissen, was passiert ist.“ Die Familie des 35-Jährigen, der letzte Nacht in Bancali bei einem Brand in seiner Zelle ums Leben kam, fordert Aufklärung über die Geschehnisse im Gefängnis. Vittoria, eine seiner Tanten, sagt: „Er war in einem gesicherten Bereich. Wie konnte das alles passieren?“
Die Tragödie ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem die Mutter des Mannes im Gefängnis angekommen war, wo sie ihm angeblich einige Kleidungsstücke gegeben hatte, die er sich gewünscht hatte. Und nun prasselten die Fragen nur so auf ihn ein. „Er hatte gehofft, im Juli freigelassen zu werden, doch der von seiner Anwältin Tania Decortes eingereichte Antrag auf Aufhebung der Maßnahme wurde abgelehnt.“ „Er war schon mehrere Monate in Bancali und hatte gesagt, er würde es nicht mehr tun“, erinnert sich seine Tante, „und dass er nichts Ernstes angestellt habe.“
Im Mai übergoss dann ein anderer Häftling den 35-Jährigen mit siedendem Öl und verursachte Verbrennungen. „Ich will Ihnen nicht sagen, in welchem Zustand wir ihn vorfanden“, erinnert sich die Angehörige unter Tränen und bedauert, dass sie erst durch ihren Anwalt von dem Vorfall erfahren hatten.
Die Schwierigkeiten des Mannes begannen vor einigen Jahren, bedingt durch gesundheitliche Probleme und Suchterkrankungen. „Er war ein sanfter Riese, ein geschickter Arbeiter. Doch leider veränderte er sich manchmal. Wir haben versucht, ihn so gut wie möglich zu unterstützen, und er lebte in zwei verschiedenen Einrichtungen.“ Sein Leid verdeutlicht auch die Hilflosigkeit von Familien in ähnlichen Situationen.
„Nur wer Ähnliches erlebt hat, kann wirklich verstehen, was Sie durchmachen. Wir brauchen die Unterstützung der Institutionen. Wir hatten gehofft, er würde in eine Einrichtung eingewiesen, aber das ist nicht geschehen.“ Bis vor wenigen Tagen wirkte der 35-Jährige jedoch ruhig und gefasst, was seinen plötzlichen Tod umso sinnloser erscheinen lässt. Eine von Staatsanwältin Camilla Battaglini geleitete Untersuchung soll den Fall aufklären.
