Sobald das Urteil verkündet war, begann der Mann zu weinen. Dies geschah gestern im Schwurgerichtssaal des Gerichtsgebäudes in Sassari, als ein 50-jähriger Mann freigesprochen wurde, da Richterin Valentina Nuvoli die Tat nicht beweisen konnte. Die Tränen des Mannes lösten die Anspannung des Prozesses, der auf einer schweren Anklage beruhte: dem Zeigen eines pornografischen Videos an ein 10-jähriges Mädchen. Laut Anklage ereignete sich der Vorfall im Jahr 2021 im Sassarier Stadtteil Monte Rosello Alto. Der Angeklagte, ursprünglich aus Porto Torres, soll der Tochter eines Nachbarn die sexuell expliziten Bilder gezeigt haben.

Staatsanwalt Giovanni Dore hielt die Aussage des Kindes für glaubwürdig, plädierte aber dennoch auf Freispruch des Angeklagten wegen Unschuldsvermutung. Während der Anwalt der Nebenklägerin, Gaetano Paoletti, die psychologischen Folgen des Geschehens für das Kind in den Vordergrund stellte, argumentierten die Verteidiger des Angeklagten, Camilla Pirino und Nicola Andrea Oggiano, dass ihr Mandant ihrer Ansicht nach völlig unschuldig sei. Sie verwiesen zudem auf die schwierige Beziehung zwischen den getrennt lebenden Eltern des Kindes und das angespannte Familienklima. Schließlich sprach der Richter den Fünfzigjährigen vollständig frei.

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