Referendum: Das „Ja“-Lager in Cagliari: „Die Trennung der Karrieren gefährdet nicht die Autonomie der Justiz.“
Kundgebung im Pisano-Saal der Unione Sarda: Rednerin Carmen Giuffrida vom Jugendgericht CataniaPer restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
„Sie haben mir einen Traum zerstört: Ich habe Richter immer für weise und besonnen gehalten, aber gewisse Äußerungen des Nationalen Richterverbands (ANM) sind einfach nur empörend. Wie kann man behaupten, die Reform würde dazu führen, dass die Staatsanwaltschaft der Regierung untergeordnet wird? Das steht nirgendwo geschrieben. Aber wenn man darauf hinweist, heißt es, genau das werde mit den Durchführungsbestimmungen geschehen. Gut so: Die Autonomie und Unabhängigkeit der Justiz sind in der Verfassung verankert; Gesetze, die gegen die Verfassung verstoßen, hätten eine Lebensdauer von ein oder zwei Tagen.“
Dies war eine der am meisten bejubelten Passagen der Rede von Dr. Carmen Giuffrida , Richterin am Jugendgericht Catania, bei der Initiative „Die Gründe für ein Ja zur Verfassungsreform“, die heute von der Strafkammer Cagliari gemeinsam mit dem Komitee „Guilcier Sardegna per Yes“ und dem Komitee „Vassali Sardegna“ im Saal Pisano der Unione Sarda organisiert wurde. In der letzten Woche des Wahlkampfs für das Referendum am 22. und 23. März sprachen Befürworter der Nordio-Reform abwechselnd neben dem Moderator – Rechtsanwalt Gavino Tedde, Sekretär der Strafkammer Cagliari –, um den „Slogans, Verdrehungen, beleidigenden Tönen und Drohungen“ der Gegner der Reform entgegenzutreten.
Um drei Kernpunkte zu wiederholen: Die Trennung der Laufbahnen von Ermittlungs- und Richtern ist ein programmatisches Erbe der Mitte-Links-Partei seit D’Alemas Zweikammerkommission, auch wenn die Opposition sie heute als subversiven Schachzug darstellt; die Politisierung des Obersten Justizrates zeigt sich implizit in der Existenz von Fraktionen, die zwar volle Mitgliedschaft in der Nationalen Richtervereinigung, aber nicht in einem hochrangigen Verwaltungsorgan besitzen, und das Losverfahren dient dazu, dem entgegenzuwirken; die Reform wird die Unabhängigkeit der Justiz nicht schwächen, sondern stärken und Staatsanwälten mehr Handlungsfreiheit und Richtern mehr Ruhe verschaffen. Vor allem aber wird sie sicherstellen, dass die Bürger diese Freiheit und Autonomie auch wahrnehmen.
