Poetto: Die Bergung des seit Monaten gestrandeten Bootes ist im Gange: Es war Matias' schwimmendes Zuhause.
Die Bergungsarbeiten für das zwölf Meter lange Wrack, das am ersten Haltepunkt an der Küste gestrandet ist, haben begonnen.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Die Bergungsarbeiten für das Wrack des Segelboots, das seit März letzten Jahres an der Küste des ersten Anlegeplatzes von Poetto gestrandet ist, haben begonnen. Hinter dem Rumpf verbirgt sich die Geschichte des argentinischen Seglers, der mit seiner Familie an Bord lebte und nun auf einen Neuanfang hofft.
Nach Genehmigung durch die Generaldirektion für Kommunalverwaltung und Finanzen der Region Sardinien haben Bauarbeiter mit den Räumungs- und Absicherungsarbeiten am Strand begonnen. Dieses monatelang erwartete Projekt markiert das Ende des zwölf Meter langen, unter polnischer Flagge fahrenden Schiffes, das mittlerweile zum vertrauten Anblick für die Einwohner und Touristen von Cagliari gehörte.
Doch hinter dem vom Meer und dem Salz gezeichneten Rumpf verbirgt sich weit mehr als nur ein Wrack. Dort findet sich die Geschichte von Matias, 44, aus Argentinien, der jahrelang mit seiner Familie und seinen Haustieren an Bord gelebt hatte. Dieses Boot war nicht nur das Gefährt, mit dem er die halbe Welt bereist hatte: Es war ihr Zuhause.
Der Albtraum begann in der Nacht vom 5. auf den 6. März. Wenige Tage zuvor war ein Beiboot gegen den Bug des Schiffes geprallt und hatte ein etwa einen Meter tiefes Loch gerissen, bevor es abtrieb. Während er auf die endgültige Reparatur und die Deckung durch die Versicherung wartete, hatte Matias provisorische Reparaturen durchgeführt. Doch das schlechte Wetter ließ ihm keine Chance. Wellen schlugen über den Rumpf, die Leinen rissen, und das Boot wurde ans Ufer geschleift, wo es auf Grund lief und sich mit Wasser und Sand füllte.
Die Bergung stellt nun den ersten Schritt zu einem möglichen Neustart dar. Durch die Operation kann das Wrack umgesiedelt und sein Zustand endgültig beurteilt werden, obwohl die Reparaturkosten extrem hoch erscheinen. So hoch, dass, wie Matias selbst zugibt, der Kauf eines anderen Schiffes möglicherweise kostengünstiger wäre. „Wir sind Reisende, aber jetzt fühlen wir uns wie vertrieben“, sagte er. Heute, da das Wrack endlich den Strand von Poetto verlässt, besteht noch Hoffnung, dass es seine Reise zu einem neuen Zuhause antreten kann.
(Unioneonline/D)
