Mord in der Ghibli-Straße: Gulisano kehrt ins Elternhaus zurück
Der Mann, der des Doppelmordes beschuldigt wird, wurde unter Eskorte zur Wohnungsdurchsuchung gebracht.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Gestern Nachmittag wurde er in Handschellen, begleitet von mehreren Gefängnisbeamten, Carabinieri der italienischen Sonderermittlungseinheit (RIS) sowie seinem Verteidiger Luigi Sanna und dessen Berater Giovanni Bazzano, zum Haus seiner Eltern in der Via Ghibli zurückgebracht. Zum ersten Mal seit seiner Verhaftung wegen Doppelmordes kehrte der 44-jährige Claudio Gulisano zum Haus seines Vaters Luigi und seiner Mutter Marisa Dessì zurück, des 79-jährigen Ehepaars, das am 5. Dezember tot im Arbeitszimmer seines Hauses im Quartiere del Sole aufgefunden worden war. Nach Abschluss der Ermittlungen weist der jüngste Sohn des Paares die Gutachten, die auf ein Tötungsdelikt hindeuten, vehement zurück. Auf Antrag der Verteidigung kehrte er gestern in das Haus in der Via Ghibli zurück, um den Ermittlern die Einsicht in die rund 1000 Seiten umfassenden Finanz- und Gesundheitsunterlagen des älteren Ehepaars zu ermöglichen.
Die Inspektion
Nachdem die Ermittlungen von Staatsanwältin Rossana Allieri nun abgeschlossen sind, bekräftigt Claudio Gulisano seine Unschuld im Doppelmordfall und hält an seiner ursprünglichen Theorie fest, dass die Eltern eines natürlichen Todes gestorben seien (was der Gerichtsmediziner, der nach dem Auffinden der Leichen eingeschaltet wurde, zunächst bestätigt hatte): Marisa Dessì sei an Multiorganversagen und Luigi Gulisano an einem Herzinfarkt gestorben. Um dies zu beweisen, begleitete er gestern Nachmittag Ermittler des RIS zum Haus des Paares, um alle Krankenakten abzuholen. Doch damit nicht genug. Um das von der Staatsanwaltschaft vermutete finanzielle Motiv zu widerlegen, ließ der 44-Jährige auch die Unterlagen zur finanziellen Situation des Paares aus dem Haus entfernen. Die Durchsuchung endete am Nachmittag nach etwa anderthalb Stunden, und die Ermittler nahmen schließlich rund tausend Seiten Dokumente mit.
Einziger Verdächtiger
Claudio Gulisano ist weiterhin der einzige Verdächtige im Mordfall seiner Eltern, doch die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn auch des Computerbetrugs, da er 20.000 € über deren Online-Banking-Plattform von deren Konten abgehoben haben soll. Nachdem die Vorverhandlung vor der Richterin Ermengarda Ferrarese eingestellt wurde, kamen die von ihr bestellten Sachverständigen, Rita Celli (Gerichtsmedizinerin an der Universität Turin) und Claudio Medana (Toxikologe an derselben Universität), zu dem Schluss, dass eine Natriumnitritvergiftung als Todesursache ausgeschlossen werden kann, wie es die Gutachter der Staatsanwaltschaft, Roberto Demontis (Gerichtsmediziner) und Giampiero Cortis (Toxikologe), vermutet hatten. Nach Angaben der Experten des GIP erstickte der 44-Jährige zunächst seine Mutter mit dem Schal, den sie um den Hals trug. Anschließend wartete er auf die Rückkehr seines Vaters und tötete auch ihn durch mechanische Erstickung, möglicherweise indem er ein Kissen benutzte, um ihn am Atmen zu hindern.
