Digitaler Stress, eine neue Geißel für Arbeitnehmer: Ein „Kompass“ gegen Hyperkonnektivität
Ein Projekt von Confcommercio Sardegna und Inail zur Geräteentgiftung und bewussten Nutzung: So verbessert sich die Leistung.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Die Herausforderung der Hyperkonnektivität ist real: Laut einem Vergleich mit internationalen Stichproben leiden 18 % der Projektteilnehmer unter digitalem Stress. Das wichtigste Ergebnis ist jedoch ein anderes: Über 38 % glauben, dass Technologie ihnen helfen kann, ihre Arbeit besser zu erledigen.
Aus diesem Gleichgewicht zwischen Risiko und Chance entstand Bussola – Integrated Paths for Digital Wellbeing –, ein Projekt, das von Confcommercio Sardegna in Zusammenarbeit mit Inail Sardegna gefördert wurde und dessen Endergebnisse gestern in Cagliari vorgestellt wurden.
In einer Zeit, die von kognitiver Überlastung, ständigem Multitasking und zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben geprägt ist, hat Bussola das Thema Technostress in ein strukturiertes Präventions- und Entwicklungsprogramm umgewandelt, das den gesamten regionalen Fertigungssektor einbezieht. In 52 Stunden Training und einem innovativen Digital Detox-Erlebnis erwarben die Teilnehmenden Werkzeuge, um Technostress zu bewältigen, ihr digitales Wohlbefinden zu verbessern und Technologie zur Optimierung ihrer Produktivität einzusetzen.
Die Projektnummern:
• 11.147 Unternehmen wurden über digitale Kanäle und thematische Treffen kontaktiert.
• 4.124 Unternehmen, die direktes Interesse an Themen des Wohlbefindens bekundet haben.
• 156 aktive Teilnehmer, verteilt auf 50 teilnehmende Unternehmen
• 48 Teilnehmer haben an spezifischen Schulungen teilgenommen
• Insgesamt 52 Stunden Training, inklusive Digital Detox-Sitzungen in der Natur
Eine Initiative, die spezialisierte Schulungen und methodische Innovationen kombinierte und zudem auf künstlicher Intelligenz basierende Werkzeuge einführte, um Arbeitsabläufe zu optimieren und dysfunktionales Multitasking zu reduzieren.
„Die Daten bestätigen die dringende Notwendigkeit, die psychosozialen Risiken anzugehen, die mit der fortschreitenden Digitalisierung entstanden sind“, sagt Alfredo Nicifero, Regionaldirektor von Inail Sardinia, einem der Förderer des Projekts „Confcommercio Sardinia“. „Mit Bussola haben wir gezeigt, dass Investitionen in die psychische Gesundheit und die Prävention von Stress durch Hyperkonnektivität nicht nur eine ethische Pflicht, sondern auch ein konkreter Weg sind, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Neue Technologien“, so Nicifero abschließend, „müssen den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Es gilt, ihren bewussten und nachhaltigen Einsatz zu fördern, die potenziellen Gesundheitsrisiken zu minimieren und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu unterstützen.“
Die Praxiserfahrung, die zwischen Unterricht im Klassenzimmer und angeleiteter Ablenkung wechselte, war von grundlegender Bedeutung.
„Bei den Digital-Detox-Erlebnissen in der Natur halfen wir den Teilnehmenden, zur Ruhe zu kommen, sich bewusst Auszeiten vom Alltag zu nehmen und ihr Verhältnis zur digitalen Welt zu überdenken. Im Seminarraum hingegen konzentrierten wir uns auf den strategischen Einsatz von Technologie als Verbündeten und führten Plattformen und neue Tools – darunter auch künstliche Intelligenz – ein , um Arbeitsabläufe zu optimieren und Multitasking zu reduzieren. Es geht nicht darum, die digitale Welt zu verteufeln, sondern darum, sie bewusst zu nutzen, um mehr Wohlbefinden, mehr Zeit und höhere Produktivität zu erreichen“, so Gavino Puggioni, Digital Well-being Coach und Technischer Direktor bei Logout Livenow, der das Projekt vor Ort leitete.
Die wissenschaftliche Analyse der gesammelten Daten, durchgeführt von Luca Pancani vom Fachbereich Psychologie der Universität Mailand-Bicocca, hebt hervor, dass einige Teilnehmer Schwächen im Zusammenhang mit dem Eindringen von Technologie in ihr Privatleben aufweisen, aber auch wichtige Stärken besitzen, auf denen sie aufbauen können, um ihr digitales und psychophysisches Wohlbefinden zu verbessern.
Die Tatsache, dass 18 % der Arbeitnehmer unter digitalem Stress leiden, im Vergleich zu den 38 %, die Technologie als Chance sehen, zeigt, dass die Herausforderung nicht in „weniger Digitalisierung“, sondern in mehr digitalem Bewusstsein liegt.
„Die Veranstaltung schloss mit Berichten lokaler Unternehmer aus erster Hand – ein konkreter Beweis dafür, wie das Bussola-Modell eine übertragbare Best Practice für die Zukunft der Unternehmensförderung darstellt. Diese Ergebnisse“, resümierte Marco Mainas, Vizepräsident von Confcommercio Sardegna, „zeigen die Fähigkeit von Wirtschaftsverbänden, sich weiterzuentwickeln und Unternehmen durch innovative und experimentelle Ansätze zu unterstützen, die auf reale Herausforderungen des Marktes eingehen.“
(Unioneonline)
