In Oristano werden Grundschulkinder in der Via Bellini zu „Lehrern“ für zukünftige Lehrer.
Das Projekt „Erinnerung der Hand“ kommt an die Fakultät für Primarbildung in Cagliari.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Die Rollen sind vertauscht: Diesmal lernen die Erwachsenen von den Kleinen. Ein Klassenzimmer der Universität Cagliari hat sich in ein Theater des Wissens verwandelt. Die Klassen 2B und 2C der Grundschule in der Via Bellini, die zum Istituto Comprensivo 1-2 in Oristano gehört, erlebten etwas Ungewöhnliches und Wertvolles: Die sieben- und achtjährigen Kinder fungierten als Mentoren und erklärten und demonstrierten den zukünftigen Lehrern Wissen. Ihre aufmerksamen und neugierigen Gesprächspartner waren die Praktikanten der Fakultät für Primarbildung.
Die Initiative ist Teil des Projekts „Memory of the Hand“, das Schulleiterin Tiziana Laconi seit seiner Gründung vor einem Jahr begrüßt und unterstützt hat.
Das Projekt verdankt seinen Namen einem der Grundprinzipien von Maria Montessoris Pädagogik: der Idee, dass die Hand nicht bloß ein ausführendes Instrument, sondern ein kognitives Organ, eine Erweiterung der Intelligenz ist. Und genau das demonstrierten die Kinder der Via Bellini an der Universität mit der verblüffenden Leichtigkeit wahrer Experten.
Die Lehrerinnen Barbara Rosetti und Maria Paola Secci leiten diese beiden Klassen seit Beginn des Projekts. Sie haben Tag für Tag eine Lernumgebung geschaffen, die den Montessori-Prinzipien folgt: strukturierte und selbstkorrigierende Materialien, Wahlfreiheit und Bewegungsfreiheit sowie Respekt vor dem individuellen Zeitaufwand. Der Workshop wurde von den Hochschuldozentinnen Barbara Raspa und Raffaela Ledda koordiniert, die die Praktikanten auf ihrem Weg zu professionellen Lehrkräften begleiten.
„Montessori-Materialien nicht in den Vitrinen eines Museums, sondern in den Händen von Kindern zu sehen, die sie sicher anwenden und beschreiben können, war eine seltene Lernerfahrung für die angehenden Lehrerinnen“, erklären Barbara Rosetti und Maria Paola Secci. „Jedes Werkzeug wurde von einem oder mehreren Schülern mit fachsprachlicher Präzision und echtem Engagement vorgestellt. Das laufende Experiment in den Klassenzimmern der Via Bellini ist vergleichbar mit dem Kontext einer staatlichen Schule, wo die Methode – anders als in privaten Montessori-Schulen – nicht vollständig angewendet, sondern angepasst und in den Lehrplan integriert wird. Das macht die Erfahrung umso bedeutsamer: Sie zeigt, dass die Montessori-Prinzipien nicht nur privilegierten Einrichtungen vorbehalten sind, sondern jede Schule bereichern können.“
Am Ende des Workshops konnten die Teilnehmer die Instrumente selbst ausprobieren, begleitet von den Kindern, die ihre Fehler freundlich und fachkundig korrigierten. Die Experimente werden das ganze Schuljahr über fortgesetzt.
