Ein anonymer Flyer mit der unmissverständlichen Botschaft: „Touristen raus!“ Er tauchte kürzlich in Alghero auf und warb für einen Marsch, der für Sonntag um 18 Uhr am Scalo Tarantiello geplant war. Doch noch brisanter als der Slogan ist die Liste der Gründe: Das Plakat setzt Massentourismus mit Gentrifizierung, der Mafia und sogar zionistischem Tourismus gleich – eine Themenmischung, die umgehend eine politische Kontroverse auslöste.

Marco Di Gangi, Regionaldirektor der Tourismusabteilung der Fratelli d’Italia auf Sardinien, schaltete sich ein. „Wir können und müssen über die Steuerung der Touristenströme, die städtische Nachhaltigkeit, das Recht auf Wohnen und den Schutz der ansässigen Gemeinschaften diskutieren“, erklärte er, „aber dies ist keine ernsthafte Diskussion über das Entwicklungsmodell. Dem Tourismus werden ganz andere wirtschaftliche, soziale und sogar kriminelle Phänomene angelastet, die die Feindseligkeit gegenüber Besuchern unserer Gebiete schüren.“

Der FdI-Vorsitzende betont, dass der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren Sardiniens ist und Tausenden von Familien Arbeit bietet. „Sardinien braucht Regeln, Planung und qualitativ hochwertige Dienstleistungen, keine Hasskampagnen gegen Touristen.“

Zum Schluss noch eine Frage an die Verantwortlichen, die laut Di Gangi dieses instabile Klima anheizen: „Wenn Sie den Tourismus wirklich als Problem betrachten, welche wirtschaftliche Alternative schlagen Sie den vielen Arbeitnehmern vor, die ihren Lebensunterhalt in diesem Sektor verdienen?“

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