Um das Ausmaß der Entdeckung zu erfassen, müssen wir die Stellungnahme der Archäologischen Aufsichtsbehörde abwarten. Inzwischen ist der Fall jedoch bereits bei der Carabinieri-Station in Oristano eingegangen.

Vor wenigen Tagen meldete der Handwerker und Archäologie-Enthusiast Andrea Mulas (auch bekannt unter seinem Künstlernamen Andy Bostro) den Behörden die Entdeckung eines Steins mit den Symbolen der sardischen Muttergöttin in der archäologischen Stätte Santa Barbara bei Villanova Truschedu. Die Entdeckung erfolgte im Rahmen einer Untersuchung der kleineren Nuraghe. Mithilfe einer Fokalmaske, mit der er Details des inneren Mauerwerks sichtbar machte, identifizierte Mulas einen Stein mit zwei brustähnlichen Auswüchsen. Diese sind typisch für die Ikonographie der Urgottheit, die von vor-nuragischen und nuragischen Zivilisationen als Symbol der Fruchtbarkeit und Wiedergeburt verehrt wurde.

Nachdem Andrea Mulas in den Tagen nach der Entdeckung erfolglos versucht hatte, die örtlichen Behörden zu kontaktieren, ging sie heute zur Carabinieri-Station in Oristano, um eine formelle Beschwerde einzureichen und die Archäologische Aufsichtsbehörde um ein dringendes Eingreifen zu bitten.

„Diese Entdeckung ist zum Wohle der Gemeinschaft und der Geschichte unseres Landes gemacht“, betont Mulas. „Die Stätte ist derzeit den Witterungseinflüssen ausgesetzt und gefährdet. Ich bitte daher um umgehende Sicherung, damit Experten diesen Fund untersuchen können, der unser Verständnis der Nuraghenzeit grundlegend erweitern könnte.“

Mulas hat, unterstützt von der Anwältin Cristina Puddu, die fotografische Dokumentation bereits den Carabinieri vorgelegt und sich auf Artikel 92 des Kulturerbegesetzes berufen, der ihm das Recht vorbehält, künftig über den Verbleib einer gesetzlich vorgesehenen Belohnung für einen Fund zu entscheiden.

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