Zweiundzwanzig Jahre sind vergangen, seit die Tragödie den Ort Ghilarza mit dem Tod des Herzchirurgen Antonio Carta erschütterte. Doch niemand im Dorf hat den jungen Arzt je vergessen, der eine tiefe Lücke hinterließ, besonders nicht seine Mutter Palmira. Seit jenem Tag hat sie aus Trauer nur wenige Male ihr Zuhause verlassen und lebt in der Erinnerung an ihren Sohn weiter. Sein Vater Peppe, der einige Jahre später starb, hat sich in ein schmerzliches Schweigen zurückgezogen, das alle bis heute berührt.

Am 24. Februar 2004 stürzte eine Cessna 500 auf dem Flug von Rom nach Cagliari an den Hängen des Monte Cresia in der Gemeinde Sinnai ab. Dabei kamen Antonio Carta und fünf weitere Personen ums Leben, darunter Alessandro Ricchi, der Leiter des Transplantationszentrums des Brotzu-Krankenhauses in Cagliari. An Bord befand sich ein Spenderherz für einen Patienten, der auf eine Transplantation wartete. Die Rettungskräfte, die zum Absturzort eilten, fanden das Wrack fast vollständig zerstört vor und bargen die sterblichen Überreste der Opfer.

Carta war 38 Jahre alt und galt als einer der vielversprechendsten Ärzte im Herzchirurgenteam. Die Gemeinde Ghilarza erinnert sich mit Zuneigung und Bewunderung an Antonio, und jedes Jahr organisieren seine engsten Freunde aus Cagliari, angeführt von seinem Kollegen Paolo Manca, ihm zu Ehren eine Motorradrallye, die direkt in Ghilarza stattfindet.

Der Herzchirurg wird auch durch die nach ihm benannten Gebäude in Erinnerung behalten, wie zum Beispiel die Viale Antonio Maria Carta in der Nähe des Krankenhauses Delogu, das Familienhaus Casa Famiglia und der Konferenzraum der Ärztekammer der Provinz Oristano.

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