Gefälschte Gerichtsauktionen in Cagliari: Von städtischen Angestellten bis zu Drahtziehern – die Namen der Verdächtigen.
Die Opfer wurden mit gefälschten Angeboten zum Kauf von Luxusvillen und Autos in die Falle gelockt. Die Staatsanwaltschaft vermutet kriminelle Vereinigung und Betrug; es wurden zahlreiche Durchsuchungen eingeleitet.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Die Guardia di Finanza hat in den vergangenen Tagen in Cagliari und anderen Stadtteilen der Metropole Dutzende Durchsuchungen durchgeführt. Hintergrund sind Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Bande, die sich auf Betrug mit gefälschten Gerichtsauktionen spezialisiert hat. Der Durchsuchungsbefehl wurde von Staatsanwalt Enrico Lussu unterzeichnet, der die nach Anzeigen mehrerer Opfer zusammengeführten Akten bearbeitet und nun von einer kriminellen Vereinigung ausgeht, die den Betrug begangen hat.
Die Verdächtigen
Beamte der Wirtschafts- und Finanzpolizei des Provinzkommandos, unter der Leitung von Oberst Paolo Pettine, durchsuchten die Wohnungen und Büros von etwa zehn Verdächtigen, darunter ein Mitarbeiter des Stadtrats von Cagliari, ein Disponent und ein Verkehrspolizist. Die mutmaßlichen Anstifter und Organisatoren der kriminellen Vereinigung sind laut Staatsanwaltschaft Sabrina Schirru Giacomini (Tochter des verstorbenen Magiers Giancarlo) und Gian Paolo Pili sowie die von der Staatsanwaltschaft als Anwerber potenzieller Opfer und Täter der Betrügereien identifizierten Personen: Marco Pirina, Vitaliano Lecis, Corrado Fresu, Francesco Mostallino, Giuseppe Scibilia, Gregorio Farris und Roberto Pappacoda. Auch Alessandro Gugliandolo, der als Insider gilt, soll zu ihnen gehören. Berichten zufolge wurden in den letzten Stunden nach den Durchsuchungen weitere Verdächtige registriert. Insgesamt handelt es sich um etwa fünfzehn Personen. Die Gemeinde und das Gericht sind selbstverständlich in keiner Weise in die Angelegenheit involviert.
Das Betrugssystem
Laut der Rekonstruktion der Finanzpolizei suchte die Gruppe nach potenziellen Opfern und bot ihnen angeblich den Kauf von Luxusimmobilien und -autos zu extrem günstigen Preisen an. Die Bande gab diese Immobilien und Vermögenswerte fälschlicherweise als vom Gericht in Cagliari versteigert aus. Um die Opfer von der Ernsthaftigkeit des Verfahrens zu überzeugen, gaben sich einige Verdächtige als Justizbeamte aus und legten gefälschte Dokumente der Finanzbehörde vor, darunter auch die Namen der zuständigen Richter. Der Betrug wurde durch vereinbarte Termine im Justizpalast und eigens angemietete, fingierte Notariatsbüros vervollständigt, um die Opfer dazu zu bringen, Zehntausende von Euro auf Konten der Bande einzuzahlen. Gerüchten zufolge zahlten einige Opfer sogar bis zu 200.000 Euro ein.
Die Beschwerden
Die Ermittlungen, in deren Zuge im Dezember rund fünfzehn Akten an verschiedene Richter verteilt und anschließend Staatsanwalt Lussu zugewiesen wurden, betreffen eine lange Reihe von Betrügereien. Ziel der Betrüger war es angeblich, Menschen zum Kauf von Häusern oder Luxusautos (Audis, BMWs usw.) zu sehr günstigen Preisen über gerichtliche Auktionen zu bewegen. Diese Objekte entpuppten sich jedoch als Fälschung. So ging es beispielsweise in einem der Fälle um die fingierte Versteigerung eines Hauses in Poetto für 100.000 €. Die Geschädigten sollen den mutmaßlichen Betrügern Anzahlungen in Höhe von Tausenden von Euro geleistet haben, nur um dann festzustellen, dass die Dokumente, die sie über einen angeblichen Agenten eingesehen hatten, völlig gefälscht waren.
Die Selbstmorde
Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem gegen einen Immobilienmakler, der mutmaßlich aufgrund von Schulden Selbstmord beging und vor seinem Tod eine Nachricht hinterließ, in der er betrügerische Auktionen anprangerte. Die Ermittlungen in diesem Fall wurden Staatsanwalt Mario Leo übertragen. Eine weitere Frau soll ebenfalls einen Selbstmordversuch unternommen haben, wurde aber im letzten Moment von einem Familienmitglied gerettet. Bislang werden die beiden Vorfälle den derzeitigen Verdächtigen nicht zur Last gelegt.
