Elf Angeklagte müssen mit einer Haftstrafe von insgesamt 147 Jahren und acht Monaten rechnen, ein Angeklagter wird freigesprochen. Dies sind die Strafanträge, die Staatsanwältin Ezia Mancusi heute Morgen in ihrem Schlussplädoyer vor dem Richter der Vorverhandlung in Livorno im Schnellverfahren gegen die Bande stellte, die mutmaßlich den Überfall auf Geldtransporter am 28. März 2025 auf der Umgehungsstraße Aurelia in San Vincenzo (Provinz Livorno) geplant und ausgeführt hat.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Übergriff, der auch durch den Ausruf „Hey, wir sind alle hier“ bekannt wurde. Dieser Ausruf blieb in den Ermittlungen und in Videos, die von Autofahrern während des Übergriffs aufgenommen und später in den sozialen Medien verbreitet wurden, präsent. Die Ermittler glauben, dass dieser Umstand dazu beigetragen hat, die Ermittlungen schnell nach Sardinien zu lenken.

Laut Anklage agierte die Gruppe „organisiert wie ein Kommando, mit festgelegten Rollen und strukturierten operativen Fähigkeiten“, plante den Raubüberfall monatelang und führte eine koordinierte Operation durch, um die gepanzerten Fahrzeuge zu blockieren, die Sicherheitskräfte zu bedrohen und eines der gepanzerten Fahrzeuge zu sprengen.

Konkret forderte die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft für Antonio Moni aus Castelnuovo Val di Cecina, vertreten durch Rechtsanwalt Marco Talini. Für Franco Piras aus Bari Sardo und Francesco Palmas aus Jerzu, beide vertreten durch Rechtsanwalt Marcello Caddori, wurden 14 Jahre und acht Monate Haft gefordert.

Salvatore Campus aus Olzai, vertreten durch die Anwälte Antonio Mereu und Andrea Nieddu, strebt eine Haftstrafe von 14 Jahren an. Nicola Fois aus Girasole, vertreten durch Marcello Caddori, drohen acht Jahre, während Marco Sulis aus Villagrande Strisaili, vertreten durch die Anwälte Giuseppe Talanas und Potito Flagella, elf Jahre und vier Monate Haft fordert. Renzo Cherchi aus Irgoli, vertreten durch Anwalt Angelo Magliocchetti, und Francesco Rocca aus Orotelli, vertreten durch die Anwälte Giuseppe Talanas und Carlo Ambrosini, streben jeweils 14 Jahre und acht Monate Haft an.

Alberto Mura aus Ottana, vertreten durch Lorenzo Soro, erhielt ebenfalls die gleiche Strafe, während Giovanni Columbu aus Ollolai, vertreten durch Gabriele Terranova, zu 14 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt wurde. Salvatore Giovanni Antonio Tilocca aus Bottidda, ebenfalls vertreten durch Gabriele Terranova, wurde zu 14 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. Antonio Stochino aus Arzana, vertreten durch Francesco Marongiu, wurde schließlich freigesprochen. Stochino war lediglich der Beihilfe zum Diebstahl eines von den Räubern bei dem Raubüberfall benutzten Fahrzeugs angeklagt.

Bei der nächsten Anhörung im verkürzten Verfahren vor dem Vorverfahrensrichter von Livorno wird es Raum für die Verteidigung geben.

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