Weniger als einen Monat vor dem Rennen auf der Via Duomo erschüttert ein regelrechtes Erdbeben die Sartiglia.

Nur wenige Stunden vor der Auswahl der Rennpferde auf der Rennbahn Cort'e Baccas gestern Abend, während der Reiterbesprechung, trat ein Teil des Vorstands unter der Führung von Präsident Ignazio Nonnis mit sofortiger Wirkung zurück.

Eine knappe Nachricht, die spät abends im Chat der Protagonisten des Liebeskarussells weitergeleitet wurde – „Weitere Informationen folgen“ –, besiegelte offiziell die Trennung.

„Mein Rücktritt ist unwiderruflich“, stellte Nonnis klar. Ebenfalls zurückgetreten sind Vizepräsidentin Emanuela Colombino, Sekretär Pasquale Sechi und vorerst mindestens ein Ratsmitglied.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Rücktritte erfolgten unmittelbar nach Bekanntwerden der Anschaffung von Schutzausrüstung – eine Entscheidung, die zwar deren Verwendung auf der Rennstrecke nicht vorschrieb, aber von vielen als konkreter Schritt zur Aushöhlung der Tradition wahrgenommen wurde. Doch das sollte nicht der einzige Grund sein.

An diesem Punkt droht sich die unmittelbarste Auswirkung der Krise im Kalender widerzuspiegeln: Die morgigen Auswahlen, die die Reihenfolge der Ritter bei den Turnieren am Sonntag unter der Leitung der Bauerngilde mit Daniele Mattu auf Componidori und am Dienstag unter der Leitung der Zimmermannsgilde mit Graziano Pala bestimmen sollten, sind nun ernsthaft gefährdet.

Das Fehlen der obersten Führungsriege des Verbandes und das angespannte Klima machen die Umsetzung eines wichtigen Schrittes für die Organisation ungewiss, obwohl ein Teil des Vorstands offenbar entschlossen ist, das Programm voranzutreiben.

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