Die vermummte Bande und die 9 Minuten, die Leonardo Mocci das Leben kosteten: Wer sind die drei Personen, gegen die wegen Mordes ermittelt wird?
Gainmarco und Filippo Tunis aus Pirri sowie Daniel Campus aus Quartu. Letzterer schwieg auf Nachfrage.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Alle drei werden derzeit wegen Verschwörung zum Mord und Raub verdächtigt. Die Brüder Gianmarco und Filippo Tunis aus Pirri sowie Daniel Campus aus Quartu stehen seit der Nacht vom Mittwoch, dem 22. April, auf Donnerstag, den 23. April, im Zentrum der Ermittlungen zum Mord an Leonardo Mocci in Monserrato. Die Ermittlungen begannen, nachdem Beamte der Carabinieri-Einheit der Provinz Cagliari und der Zweigstelle Quartu ihre Namen als mutmaßliche Täter – oder zumindest Beteiligte – an der mutmaßlichen Verschwörung zum vorgetäuschten Drogenverkauf mit dem Freund des Opfers notiert hatten. Der Raub endete blutig. Die Ermittler, koordiniert von den Staatsanwälten Enrico Lussu und Diana Lecca, arbeiten unermüdlich daran, jeden Moment der neun Minuten zu rekonstruieren, die dem Maurer aus Villacidro das Leben kosteten, der vermutlich seinem Freund in Not zu Hilfe eilte.
Die Fragen
Die Aufnahme der drei jungen Männer in die Liste der Verdächtigen dient dazu, ihre tatsächliche Beteiligung zu klären oder sie endgültig zu entlasten. Ihre Namen und die ihnen vorgeworfenen Straftaten sind in dem Beschluss zur Beschlagnahme verschiedener Gegenstände aufgeführt: Zigarettenkippen, Düsen, eine Bleikugel sowie das Handy des Opfers und weitere Gegenstände von Mocci, die die Ermittler als ermittlungsrelevant einstufen. Campus wurde in Begleitung der Anwälte Alberto Pani und Francesca Mannai vom Staatsanwalt vernommen, machte jedoch von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Ermittlungen müssen daher weiterhin klären, was genau in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der vergangenen Woche geschah und vor allem die tatsächliche Rolle der drei Verdächtigen, über die die Staatsanwaltschaft derzeit nur spekuliert. Staatsanwaltschaft und Carabinieri wahren in dieser Angelegenheit strenge Geheimhaltung.
Die Ernennung
Die derzeitige Rekonstruktion geht von dem aus, was sich fast unmittelbar nach dem Vorfall herauskristallisierte: Ein Raubüberfall endete blutig. Campus soll ein Treffen mit einem jungen Mann aus Serramanna arrangiert haben, der in Moccis Fiat Panda mit seinem Freund am Steuer in Monserrato ankam. Das Treffen – warum ausgerechnet die Piazza Settimio Severo inmitten von fünf Sozialwohnungsblöcken gewählt wurde und somit möglicherweise von Zeugen verdeckt war, ist noch unklar – hatte ein Ziel: einen vorgetäuschten Drogenverkauf, um den Käufer auszurauben und ihm das Geld zu stehlen, das er für den Kauf einer größeren Menge Haschisch dabeihatte. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen wartete, in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Cagliari, eine Bande – mindestens zwei oder drei vermummte Personen – mit mindestens einer Schusswaffe auf die beiden und versuchte, die Beute aus dem Geschäft zu stehlen. Es kam zu einer Gegenwehr, und Mocci – der sich bereit erklärt hatte, den anderen jungen Mann zu begleiten – schritt ein, um seinen Freund in Not zu verteidigen. Dann flohen sie.
Der Drogenkäufer stieg ins Auto, da er annahm, der 23-jährige Maurer aus Villacidro sei zu Fuß geflohen. Neun Minuten nach seiner Ankunft raste der Fiat Panda mit hoher Geschwindigkeit von der schmalen Zufahrtsstraße zum Platz. Mocci blieb jedoch am Boden liegen, von einer Kugel aus nächster Nähe ins Herz getroffen.
Die Ermittlungen
Die Ermittlungen begannen umgehend und nahmen eine klare Richtung. Doch die Ermittler stießen auf eine Mauer aus Ausflüchten wie „Ich weiß es nicht“, „Ich hatte damit nichts zu tun“ und „Ich habe nichts gesehen“. Nun warten sie auf die Ergebnisse der RIS-Untersuchungen der von der Carabinieri-Spezialeinheit sichergestellten Gegenstände sowie auf weitere Ermittlungsergebnisse. Diese werden die mögliche Beteiligung der drei Verdächtigen und ihre Rollen mit Sicherheit klären.
Francesco Pinna
Matthew Vercelli
