Die Arbeiten an der dreidimensionalen Reproduktion der Satyrmaske, dem bedeutenden Artefakt aus weißem Marmor aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. aus den Maetzke-Thermen, das im Museo Nazionale Antiquarium Turritano in Porto Torres aufbewahrt wird, haben begonnen.

Salvatore Ganga, Vermesser und Designer der archäologischen Missionen der Universität Sassari, stellte sein Fachwissen und seine Erfahrung zur Verfügung, um einen der bedeutendsten und repräsentativsten Funde des archäologischen Erbes von Turris zu reproduzieren. Die Maske zeugt vom dekorativen Reichtum der römischen Gebäude der Stadt, der Verbreitung klassischer Kulte und Symbole sowie der zentralen Rolle von Turris Libisonis, dem antiken Porto Torres, als römische Kolonie im Mittelmeerraum. Das von der Stadtverwaltung und der Pro Loco Turris in Auftrag gegebene 3D-Modell verfolgte mehrere Ziele – sowohl aus werbewirksamer und territorialer Sicht als auch aus wissenschaftlicher Perspektive und für die Erforschung des Fundes.

Dank der Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, Pro Loco und der Karnevalsstiftung Viareggio wird das Modell vom Viareggioer Pappmaché-Meisterkünstler Giacomo Marsili für die Gestaltung einer Maskerade für den bevorstehenden Turritano-Sommerkarneval verwendet. Diese ist dem Logo des Festes gewidmet, das an einen Satyr erinnert. Gleichzeitig wird das dreidimensionale Modell der Regionaldirektion der Museen Sardiniens für Studien- und Forschungszwecke zur Verfügung gestellt, um den Wert des Objekts zu steigern und es wissenschaftlich zu untersuchen.

Die Initiative unterstreicht einmal mehr die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, dem Antiquarium und DRM Sardegna und fördert den Dialog sowie gemeinsame Ziele, allen voran die Vermittlung des immensen archäologischen, historischen und kulturellen Erbes der Stadt. Die dreidimensionale Reproduktion archäologischer Funde gilt heute als wichtiges Instrument für die Erforschung und Vermittlung des kulturellen Erbes. Digitales Scannen und Modellieren ermöglichen es Wissenschaftlern, Form, Proportionen, Gravuren und Spuren von Herstellungsprozessen der Objekte mit höchster Präzision und ohne Beschädigungsrisiko zu analysieren.

Dank der Möglichkeit, das Artefakt zu vergrößern oder aus jedem beliebigen Winkel zu betrachten, lassen sich Details erkennen, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind, und Vergleiche mit ähnlichen Artefakten in anderen Museen oder archäologischen Stätten anstellen. Darüber hinaus kann ein 3D-Modell problemlos zwischen Universitäten, Museen und Forschungszentren weltweit ausgetauscht werden, was vergleichende Studien und interdisziplinäre Arbeiten erleichtert, ohne dass das Artefakt physisch bewegt werden muss. Ziel ist es daher, sicherzustellen, dass dieses bedeutende Artefakt verstärkt zur Förderung und Hervorhebung der historischen und archäologischen Schönheit von Porto Torres eingesetzt wird.

Die Satyrmaske wurde zwischen 2002 und 2003 bei Ausgrabungen der Maetzke-Thermen in der antiken römischen Kolonie Turris Libisonis entdeckt. Das Artefakt wird allgemein auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert, eine Zeit großer städtischer Entwicklung in Turris Libisonis. Die Skulptur zeigt das Gesicht einer mythologischen Figur mit Vollbart, markanten Gesichtszügen und offenem Mund und diente vermutlich als Dekorationselement für einen Brunnen oder ein Wasserspiel innerhalb der Thermenanlage.

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