Cagliari, Anwälte eines ProPal-Aktivisten: „Das Straßenblockade-Dekret ist unrechtmäßig: Das Verfassungsgericht muss eingreifen.“
Die Anwälte eines jungen Mannes, der an einer pro-palästinensischen Demonstration teilgenommen hat, fordern den Richter der Vorverhandlung auf, die Verfassungsmäßigkeit des „Sicherheitsdekrets“ in Frage zu stellen.Eine ProPal-Demonstration in Cagliari (L'Unione Sarda)
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Zum zweiten Mal in Italien wurde in einem Prozess um Straßenblockaden von ProPal-Aktivisten ein Richter aufgefordert, die Angelegenheit an das Verfassungsgericht zu verweisen. Dabei wird die Verfassungsmäßigkeit des kürzlich verabschiedeten „Sicherheitsdekrets“ in Frage gestellt, da dieses angeblich das Demonstrationsrecht und andere in der Verfassung geschützte Freiheiten verletzt.
Die Anfrage kommt – wie die heute im Handel erhältliche Zeitung L'Unione Sarda berichtet – von den Anwälten eines jungen Mannes, der beschuldigt wird, an einem ProPal-Marsch teilgenommen zu haben, der zu Straßenblockaden und anderen mutmaßlichen Straftaten führte.
Die Rechtsanwälte Patrizio Rovelli und Maria Grazia Monni reichten den Antrag bei der Vorverfahrensrichterin des Gerichts von Cagliari, Giulia Tronci, ein und baten sie, das Verfahren auszusetzen und beim Verfassungsgericht einen Einwand der Verfassungswidrigkeit zu erheben.
Dem jungen Mann wird eine Demonstration am 22. September 2025 in Cagliari vorgeworfen. Anlass war ein Generalstreik, zu dem die USB zur Unterstützung der Globalen Sumud-Flottille aufgerufen hatte. Laut Anklage blockierten einige Demonstranten die Via Roma und die Viale la Plaia und führten damit eine Straßenblockade durch, die nach den neuen Bestimmungen mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden kann.
Die Anwälte argumentieren jedoch, dass das gesamte Gesetz mit der Verfassung unvereinbar sei.
Der erste Fall datiert aus dem Juni in Piemont: Die Turiner Staatsanwaltschaft hatte beantragt, die Verfassungsmäßigkeit eines Artikels des sogenannten „Sicherheitsdekrets“ vom 11. April 2025 in Bezug auf die Straßenblockade zu prüfen. Anlass war ein Verfahren über die Besetzung eines Autobahnabschnitts am Stadtrand der piemontesischen Hauptstadt während einer der ProPal-Demonstrationen im vergangenen Herbst.
(Unioneonline)
