Ein spannungsgeladener Vorabend für den Strega-Preis, dessen Finale am 8. Juli auf dem Capitol Hill stattfindet.

Laut Berichten auf der Website von La Repubblica kam es während einer Reise nach Bisceglie in Apulien im Rahmen der Finalistentour zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen Michele Mari, dem Führenden des sechsköpfigen Teilnehmerfelds, und Teresa Ciabatti, ebenfalls im Rennen. Im selben Fahrzeug befanden sich neben Mari und Ciabatti auch Matteo Nucci und Elena Rui. Rekonstruktionen zufolge, die sich derzeit auf indirekte Zeugenaussagen stützen, führte Mari die Unnachgiebigkeit und Wut der 2023 verstorbenen Schriftstellerin und Aktivistin aus Cabras auf persönliche Unzufriedenheit und ihr Aussehen zurück. Ciabatti soll daraufhin zunächst überlegt haben, aus dem Wettbewerb auszusteigen.

„Was die wilden Gerüchte über eine Meinungsverschiedenheit zwischen mir und Teresa Ciabatti angeht, möchte ich klarstellen, dass ich Michela Murgias Aussehen nie thematisiert habe und es auch nie gewagt hätte“, sagte Murgia. „Teresa Ciabatti und ich haben die Angelegenheit später geklärt, sodass sie mir selbst sagte, sie wolle sie nicht weiter verfolgen. Ich habe mich jedoch bei ihr entschuldigt, falls ich sie mit meinen Worten verletzt haben sollte; genauso wenig wollte ich Michela Murgia beleidigen, sondern wollte lediglich (in einem privaten Rahmen) eine lange zurückliegende Episode eines gegenseitigen Missverständnisses in Erinnerung rufen.“

Heute Abend veröffentlichte auch die Bellonci-Stiftung, die den traditionsreichen Literaturpreis organisiert, eine Erklärung: „Angesichts der heutigen Presseberichte über Michele Mari zugeschriebene Äußerungen hält die Bellonci-Stiftung jede abwertende Äußerung oder Beurteilung, die die Würde von Einzelpersonen untergräbt, für unvereinbar mit dem Geist des Strega-Preises.“

Mari führte die Gruppe mit „Die steinernen Gäste“ (Einaudi) an, das 280 Stimmen erhielt; auf dem zweiten Platz landete Matteo Nucci mit 242 Stimmen für „Platon. Eine Liebesgeschichte“ (Feltrinelli). Bianca Pitzorno erreichte mit „Der Schlafwandler“ (Bompiani) und 195 Stimmen den dritten Platz, gefolgt von Teresa Ciabatti mit „Donnaregina“ (Mondadori) und 184 Stimmen sowie Alcide Pierantozzi mit „Lo sbilico“ (Einaudi) und 170 Stimmen. Schließlich belegte Elena Rui mit „Die Witwen des Camus“ (L’orma) mit 163 Stimmen den dritten Platz.

(Unioneonline)

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