„Das Massaker in der Via D’Amelio, zwei Monate nach dem Massaker von Capaci, hat das Gewissen des Landes zutiefst erschüttert . Es stellte den Höhepunkt eines subversiven Plans dar, der darauf abzielte, demokratische Institutionen und die Freiheit der Italiener selbst zu untergraben.“ Dies erklärte der Staatspräsident Sergio Mattarella am Jahrestag des Anschlags in der Via D’Amelio, der von der Mafia geplant wurde, um Richter Paolo Borsellino am 19. Juli 1992 zu töten. Dabei kam auch Emanuela Loi, geboren in Cagliari und wohnhaft in Sestu, die zu seinem Personenschutz gehörte, ums Leben.

„Dank des Beitrags der Polizistinnen und Polizisten, der Justiz und der Institutionen konnte dieser subversive Anschlag vereitelt werden. Die Republik hat ihre Stärke bewiesen, indem sie die Täter und Anstifter gefasst und verurteilt hat“, fügte das Staatsoberhaupt hinzu.

Mattarella erinnerte dann an die Opfer: „Paolo Borsellino bezahlte sein Engagement als Richter mit dem Leben, und mit ihm wurden fünf Staatsdiener getötet, deren Namen für immer im Gedächtnis der Republik eingeschrieben sind: Emanuela Loi, Agostino Catalano, Vincenzo Li Muli, Walter Eddie Cosina, Claudio Traina.“

„Vierunddreißig Jahre nach dem Massaker“, fuhr der Präsident fort, „ist unsere Solidarität und Verbundenheit mit den Familien all jener – der Polizistinnen und Polizisten, der Justiz und der Institutionen –, die unsere Gesellschaft vor dem Krebsgeschwür der Mafia beschützt haben, ungebrochen. Borsellino und Falcone sind Symbole für die gesellschaftliche Erneuerung des Landes. Mit ihrer Professionalität und ihrem Mut führten sie Prozesse, die zuvor nicht möglich gewesen wären. Durch ihr Engagement für die Institutionen gaben sie dem Staat neue und fortschrittlichere Instrumente im Kampf gegen die Mafia an die Hand. Mit ihrer Leidenschaft säten sie eine Kultur der Rechtsstaatlichkeit und lehrten junge Menschen, dass man sich der Logik der Mafia entgegenstellen muss, angefangen beim alltäglichen Verhalten und in der Schule. Ihr Engagement“, schloss Mattarella, „ist Teil des demokratischen Gewissens der Republik.“

(Unioneonline)

© Riproduzione riservata