Electrolux halbiert die Produktion in Italien: 1.700 Entlassungen von insgesamt 4.000 Mitarbeitern, alle Standorte ausgenommen.
Das Werk in Cerreto d'Esi in der Region Marken soll geschlossen werden. Urso hat für den 25. Mai eine Sitzung einberufen.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Electrolux Italien hat einen „Optimierungsprozess mit rund 1.700 Stellen“ angekündigt. Die Gewerkschaften des Sektors, die sich in Venedig zu einer nationalen Koordinierungssitzung trafen, interpretierten dies umgehend als „1.700 Entlassungen“. Die Maßnahme betrifft keine der fünf italienischen Standorte des Konzerns in den Regionen Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Lombardei, Marken und Venetien. Die Entscheidung löste breite Reaktionen aus. Die CISL-Vorsitzende Daniela Fumarola nannte sie „zynische und unsoziale Strategien auf Kosten der Arbeitnehmer“ und mahnte: „Wer in unser Land investiert, trägt auch eine soziale Verantwortung für die Beschäftigung und die nationale Wirtschaftskraft.“
Die von der Gruppe im Confindustria-Hauptquartier angekündigte „organisatorische Umstrukturierung“ sieht einen Abbau von etwa einem Drittel der Belegschaft vor. Dies veranlasste die Gewerkschaften, den Plan umgehend abzulehnen, einen achtstündigen Streik ab heute auszurufen und zu fordern, dass die Gespräche auf Ministerebene verlagert werden.
Der auffälligste Aspekt des geplanten Vorhabens ist die vollständige Schließung des Werks in Cerreto d'Esi (Ancona), das hauptsächlich Dunstabzugshauben produziert und 170 Mitarbeiter beschäftigt. Betroffen sind jedoch auch alle anderen Standorte – Porcia (Pordenone), Susegana (Treviso), Forlì und Solaro (Mailand), sofern sie weniger fortschrittliche Fertigungsprozesse durchführen. Dies ist Teil einer Strategie, die das Unternehmen in einer Erklärung erläutert. Ziel ist die „gezielte Optimierung der Abläufe, die Rationalisierung von Produktkonfigurationen und -mengen sowie eine stärkere Konzentration der Ressourcen auf höherwertige Produktlinien“. All dies soll innerhalb eines kurzen Zeitraums erfolgen, was angesichts der Unternehmensgröße und der Komplexität des Plans voraussichtlich ein Jahr bedeuten wird.
Der italienische Wirtschaftsminister Adolfo Urso hat für Montag, den 25. Mai, um 15:00 Uhr im Palazzo Piacentini ein Rundgespräch zu dem Konflikt einberufen. An dem Treffen werden Vertreter des Unternehmens und der Gewerkschaften sowie Vertreter der Regionen, in denen sich die Werke des Konzerns befinden, teilnehmen. Ziel des Rundgesprächs ist es, die Auswirkungen des Konflikts auf Beschäftigung und Industrie zu erörtern und mögliche Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer und zur Sicherstellung der Produktionskontinuität zu prüfen.
(Unioneonline)
