Ein Soldat, der heute im Rahmen der Such- und Rettungsaktion der maledivischen Streitkräfte (MNDF) nach den Leichen italienischer Taucher auf den Malediven tauchte, erkrankte während der Suche und verstarb Berichten zufolge nach seiner Einlieferung ins ADK-Krankenhaus in kritischem Zustand. Die Streitkräfte bestätigten die Nachricht in einem Beitrag in den sozialen Medien.

Heute Morgen wurde die Suche nach den Leichen der vier Italiener, die noch immer in der Höhle in sechzig Metern Tiefe eingeschlossen sind, in die sie am Donnerstagmorgen getaucht waren, vor der Malediveninsel Alimatha wieder aufgenommen. Gestern hatte schlechtes Wetter die Suche unterbrechen müssen. Beteiligt waren die Genueser Professorin Monica Montefalcone (die seit Jahren ihren Urlaub im Yachthafen von San Vero Milis verbringt), ihre Tochter Giorgia Sommacal, die Forscherin Muriel Oddenino und der 31-jährige Absolvent Federico Gualtieri aus Omegna.

Starke Winde und eine gelbe Wetterwarnung haben die Operationen mit Spezialtauchern, Booten und Luftunterstützung zur Überwachung des Meeres unterbrochen. Die maledivischen Streitkräfte stufen die Operation als „Hochrisiko“-Einsatz ein. Man geht davon aus, dass sich die vier Italiener in derselben Höhle befinden, in der die Leiche des Bootskapitäns und Tauchlehrers Gianluca Benedetti aus Padua geborgen wurde.

Die Ursachen der Tragödie, an der Personen mit Erfahrung im Meeresgrund beteiligt waren, sind weiterhin unklar. Die maledivische Polizei befragt die Besatzung des Safariboots „Duke of York“ und sammelt Daten zur verwendeten Tauchausrüstung. Auch die Staatsanwaltschaft Rom ermittelt im Fall der fünf verstorbenen Italiener. Die Richter am Piazzale Clodio werden die Umstände des Falles prüfen und gegebenenfalls die Ermittlungen an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten, sobald die von der diplomatischen Vertretung eingegangenen Dokumente vorliegen. Ein Problem mit dem Sauerstoffgemisch in der Tauchflasche, plötzliche Thermik oder Orientierungsverlust in einer Schlucht könnten die Opfer am Aufstieg gehindert haben. Bislang handelt es sich dabei jedoch lediglich um Hypothesen von Experten, die bis zum Abschluss der Ermittlungen und der Autopsie gelten.

Außenminister Antonio Tajani steht in Kontakt mit dem italienischen Botschafter in Colombo, Damiano Francovigh (zuständig für die Malediven), und der Honorarkonsulin in Malé, Giorgia Marazzi, die sich an Bord des Küstenwachen-Unterstützungsschiffs „Ghazee“ befinden, um die Bergungsarbeiten zu koordinieren. Tajani hat das Außenministerium angewiesen, die Bergung der Leichen zu überwachen und den Familien der Vermissten sowie den maledivischen Staatsangehörigen, die nun nach Italien zurückkehren müssen, Unterstützung anzubieten. Auf seine Bitte hin wird die maledivische Polizei ein Team zur psychologischen Betreuung der betroffenen italienischen Staatsangehörigen bereitstellen. Die Yacht „Duke of York“ mit den 25 italienischen Touristen, darunter die fünf verstorbenen Taucher, hat unterdessen die Hauptstadt Malé erreicht.

(Unioneonline/D)

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