Nach dem Sieg der rechtsextremen AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen gab es auch in Italien eine Welle politischer Gegenreaktionen.

„Ein beunruhigendes Signal. Aber es ist eine lokale, regionale Wahl“, kommentierte Außenminister Antonio Tajani , nationaler Koordinator von Forza Italia, und fügte hinzu: „Das Ergebnis in Sachsen war allgemein erwartet worden; es war bekannt, dass die AfD einen klaren Sieg erringen könnte. Schließlich erzielt sie die meisten ihrer Erfolge in Ostdeutschland.“ Aber „Deutschland ist Deutschland“, fuhr der Außenminister fort, „Italien ist Italien. Völlig unterschiedliche Realitäten; es gibt immer noch Unzufriedenheit über die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Natürlich müssen wir reagieren.“

Die Reaktionen im übrigen Mitte-Rechts-Spektrum fielen gemischt aus: „Herzlichen Glückwunsch an unsere Freundin Alice Weidel und die gesamte AfD zum Sieg in Sachsen-Anhalt! Ein durchschlagender Erfolg , der die starke Nachfrage nach Veränderung, Sicherheit und Arbeitsplätzen unterstreicht. Angesichts derer auf der Linken, die Ängste und Katastrophenszenarien geschürt haben“, schrieb Vizepremierminister und Lega-Chef Matteo Salvini in den sozialen Medien.

„Für mich ist diese Abstimmung ein positives Zeichen, wenn man bedenkt, dass die Linke verloren hat“, sagt Galeazzo Bignami, Fraktionsvorsitzender der FdI in der Abgeordnetenkammer.

„Europa verändert sich. Merz hat ein Magengeschwür“, kommentierte Roberto Vannacci , Vorsitzender von Futuro Nazionale, in den sozialen Medien.

Was die Linke betrifft, so sagte Nicola Fratoianni , Co-Vorsitzender der AVS: „ Europa droht zu versinken . Das muss ein deutlicher Weckruf sein: Wir müssen uns sofort mobilisieren, auch in Italien, um den Rechtsextremismus zu zerschlagen. In Deutschland nennen sie sich Nazismus mit einem freundlichen Gesicht.“

Der Europaabgeordnete der Demokratischen Partei, Sandro Ruotolo, stimmt dem zu: „Die 44 Prozent der Stimmen, die die AfD in Sachsen erzielt hat, sind kein lokales Ereignis. Es ist ein Zeichen, das ganz Europa beunruhigen sollte . In Deutschland, wo die Nachkriegsdemokratie unter anderem auf dem Verständnis beruhte, dass sich das Geschehene nicht wiederholen darf, erfordert ein Ergebnis dieser Größenordnung ein tiefgreifendes Nachdenken.“

In Sachsen-Anhalt ging die Alternative für Deutschland (AfD) unter Ulrich Siegmund mit einem Rekordergebnis von 44 % der Stimmen als stärkste Partei hervor. Sie kann jedoch nicht allein regieren und wird Bündnisse eingehen müssen, da es sonst, wie Siegmund selbst befürchtet hatte, zu Neuwahlen kommen könnte.

(Unioneonline/lf)

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