Wenige Kandidaten für den Gemeinderat bei den Kommunalwahlen: „Niedrige Gehälter und zu viel Verantwortung.“
Die Suche nach Kandidaten wird immer schwieriger, beklagen angehende Bürgermeister.(Handhaben)
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In Kleinstädten gestaltet sich die Kandidatensuche schwierig: Gemeinderäte erhalten trotz ihrer großen Verantwortung nur sehr geringe Gehälter. Die Zusammenstellung einer Kandidatenliste für die Kommunalwahlen im Juni ist in vielen Städten der Provinz Oristano alles andere als einfach. Kandidaten, die auf den begehrtesten Posten hoffen, sind enttäuscht: „Die Unzufriedenheit mit der Politik ist spürbar“, sagen sie. „Es ist einfacher, sich weniger restriktiv zu engagieren.“ Doch die Namen von Menschen, die sich für das Wohl des Landes einsetzen, werden gebraucht; andernfalls ist die Wahlbeteiligung unmöglich. Einer der Gründe, warum Bürger diese Art von Engagement scheuen, ist das niedrige Monatsgehalt.
„In der Gemeinde Arcidano verdient ein Gemeinderatsmitglied, das bereits einer Erwerbstätigkeit nachgeht, nur 150 € im Monat“, erklärt der amtierende Bürgermeister Davide Fanari, der sich für die nächsten fünf Jahre zur Wiederwahl stellen will. „Selbstständige kommen allerdings nicht einmal auf 300 €. Das reicht einfach nicht. Deshalb scheiden so viele aus. Rentner hingegen wollen sich ausruhen. Es stimmt aber, dass die Gemeinde – zumindest in unserer Stadt – immer konkret reagiert, wenn wir sie um Hilfe bitten. Doch für sie ist eine Kandidatur keine Option.“ Valeria Manca ist eine der Bürgermeisterkandidatinnen in der Gemeinde Arborea: „Diejenigen, die sich meiner Gruppe nicht angeschlossen haben, begründeten ihre Entscheidung damit, dass sie keine Zeit für die Gemeinde hätten und zu sehr mit ihren täglichen Verpflichtungen beschäftigt seien.“ Der andere Kandidat, der sich bereits gemeldet hat, ebenfalls in Arborea, ist Luca Montisci: „Wir haben hauptsächlich Personen mit einem gewissen Ansehen kontaktiert“, erklärt er. „Darunter sind solche, die sich entschlossen haben, eine Chance zu ergreifen, aber auch solche, die aus Zeitgründen aufgrund ihrer Arbeit aufgegeben haben.“
„Leider für uns.“ Andrea Atzori hingegen ist der einzige Bürgermeisterkandidat in San Vero Milis, der sich bisher öffentlich geäußert hat: „Diejenigen, die sich unserer Gruppe nicht angeschlossen haben, scheuen sich, Partei zu ergreifen und sich gegen jemanden zu stellen. Hinzu kommt die Angst vor der Politik: Die Verpflichtung, etwas für das Land tun zu müssen, ist beängstigend.“ Atzori spricht von der Entfremdung von der Gemeinde: „Generell hat sich die Distanz zwischen Bürgern und Verwaltung vergrößert, weil das Zuhören nachgelassen hat, wenn nicht gar ganz aufgehört hat. In San Vero wird Politik als etwas Fernes betrachtet. Diejenigen, die kandidieren, sind entweder bereits Teil des Systems oder wollen es aufrütteln.“
