Maria Franca Lupino, ehemalige Leiterin der Wohnanlage "Noli me tollere" in Sorso, wurde heute vor Gericht in Sassari wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.

Die Frau wurde wegen des Todes von Rosalba Scognamillo, 82, angeklagt, die im Juni 2020 nach einem Sturz in der Einrichtung, in der sie sich einige Tage aufgehalten hatte, verstarb. Der Richter ordnete zudem die Zahlung von Schadensersatz an die Klägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Marco Manca, an. Die Höhe des Schadensersatzes soll in einem separaten Verfahren beglichen werden. Die vorläufige Entschädigungssumme ist sofort vollstreckbar.

Staatsanwältin Erica Angioni hatte eine fünfjährige Haftstrafe gefordert und die Angeklagte für mehrere Aspekte des Verschwindens der älteren Frau verantwortlich gemacht. Sie war der Ansicht, dass die Pflegeeinrichtung nicht für nicht selbstständige Personen wie Scognamillo geeignet sei, die an Demenz und Erkrankungen litt, welche ihre Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, beeinträchtigten.

Trotzdem habe er es laut Richter versäumt, die notwendigen Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen. Verteidiger Gianmario Fois argumentierte, die Verantwortung für den Vorfall liege seiner Meinung nach beim Hausarzt der Frau, da dieser angeblich nicht zu Hause erschienen sei, sondern erst nach dem Tod seiner Patientin.

„Lupino brachte die Frau in die Wohnanlage, um ihr zu helfen“, schloss er. „Es gab nirgendwo Platz, vor allem nicht in der RSA, da Scognamillo sich eine geeignete Einrichtung finanziell nicht leisten konnte.“

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