Die Situation im Gefängnis von Bancali wurde als „unhaltbar“ bezeichnet.

Alarm geschlagen wurde von der lokalen Koordination des Uil Pa von Sassari, die über gravierende hygienische Mängel, Überbelegung und ein ihrer Ansicht nach unzureichendes Management durch die Verwaltung berichtete.

Laut Gewerkschaft sind die Haftabteilungen des Gefängnisses von Sassari mittlerweile Schauplatz schwerwiegender Fälle von Erniedrigung und Unsicherheit, die so gravierend sind, dass sie jede Grenze der beruflichen und menschlichen Würde überschreiten.

Zu den dringlichsten Problemen zählt der Umgang mit Gefangenen mit schweren psychischen Erkrankungen. Insbesondere wurden Vorfälle dokumentiert, die als „inakzeptabel“ gelten, darunter Verhaltensweisen, die die Gesundheit und Sicherheit anderer Gefangener und des Personals gefährden und negative Auswirkungen auf Hygiene und sanitäre Einrichtungen haben.

Der italienische Gewerkschaftsbund UIL PA berichtet von Arbeitsplätzen, die trotz zahlreicher Meldungen und Interventionen der Gefängnispolizei von üblen Gerüchen und einem hohen Gesundheitsrisiko betroffen sind. Bislang wurden jedoch keine konkreten Verbesserungen gemeldet.

Verschärft wird die Situation durch die zunehmende Überbelegung. Wie Gewerkschaftsvertreter erklären, leidet das Gefängnis Sassari unter den Verlegungen von Häftlingen aus anderen Einrichtungen, insbesondere aus dem römischen Gefängnis Regina Coeli und seit Kurzem auch aus dem Gefängnis Nuoro. Diese Entwicklung hat zu einer als untragbar geltenden Überbelegung geführt, ohne dass die Ressourcen, der Platz oder das Personal entsprechend aufgestockt wurden.

Die Gewerkschaft kritisiert außerdem das Fehlen eines ständigen Direktors, ein Faktor, der laut UIL PA zu chronischer Managementinstabilität führt .

Hinzu kommen Schwierigkeiten im Verhältnis der Gewerkschaft zum aktuellen Management, dem vorgeworfen wird, eine verschlossene Haltung einzunehmen, die einen konstruktiven Dialog zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten unmöglich macht.

Die Beamten der Gefängnispolizei arbeiten laut der Erklärung unter starkem Stress und Demotivation und fühlen sich angesichts der zunehmend komplexen Lage alleingelassen. Aus diesem Grund fordert die Gewerkschaft ein sofortiges Eingreifen der höheren Instanzen und der zuständigen Behörden.

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