Sassari, die Hälfte des Hauses ist unbewohnbar: „Aber ich kann die Arbeit nicht erledigen und muss weiterhin Miete zahlen.“
Antonio Niedda, ein 77-jähriger Bewohner des Viertels Latte Dolce, erzählt seine „surreale“ Geschichte.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Ein Haus, das nur noch zur Hälfte bewohnbar ist. Diese surreale Situation erlebt Antonio Niedda, ein 77-jähriger Rentner, der seit 1963 in der Via Colombo im Viertel Latte Dolce in Sassari lebt. Alles begann, oder besser gesagt, setzte sich letzte Woche fort. „Ein Teil der Decke im Arbeitszimmer ist eingestürzt“, erzählt er. Die Feuerwehrleute, die zu der Dachgeschosswohnung im Besitz der Firma Area gerufen wurden, ließen alles so, wie es war. „Sie sagten mir, wenn sie den Rest reparieren würden, bestünde die Gefahr, dass das ganze Gebäude einstürzt.“ Das Zimmer wurde daher für unbewohnbar erklärt, doch leider sieht es im Rest des Hauses nicht besser aus. „Sogar das Esszimmer ist unbewohnbar.“
Der Anblick des Zimmers ist erschreckend: Feuchtigkeit und Schimmel haben die Wände befallen und reichen bis wenige Zentimeter an den Boden heran. Auch im Bügelzimmer zeigen sich Risse, und im Schlafzimmer breiten sich grüne Pilzstreifen aus. „Vor Jahren fielen Trümmerteile herab und zerstörten den Fernseher.“
Auch von dieser Wohnung muss er sich fernhalten: drei von sechs Schlafzimmern. Die Wohnung gleicht einem Schlachtfeld, das sich gegen die eindringenden Wassermassen zur Wehr setzt. „Seit dem Tornado von 2021 ist es eine Katastrophe“, sagt der Mann, von Beruf Buchbinder. „Der Wind hat die Dächer abgedeckt.“ Die Reparaturen mit doppelter Verkleidung waren erst vor Kurzem durchgeführt worden, aber jetzt sind die Kühe durchgegangen. Die Häuser sind vom Wasser angeschwollen, das immer noch gegen die Wände drückt. Und Nieddas Wohnung trägt überall die Spuren. „Ich schlafe bei meiner Tochter“, erklärt er. „Hier muss Area eingreifen.“ Das Verhältnis zu ihnen ist angespannt: „Sie lassen mich die Arbeiten nicht auf meine Kosten durchführen und erwarten, dass ich weiterhin die Miete zahle.“
Antonio und seine Familie zahlen seit 63 Jahren Miete. „Meine Eltern, mein Bruder und meine Frau sind in diesem Haus gestorben. Deshalb sage ich ihnen , dass ich niemals weggehen werde.“ Währenddessen laufen auf der anderen Straßenseite, im Besitz der regionalen Wohnungsbaubehörde Area, Sanierungsarbeiten, die von der Region finanziert werden. „Ist denn gar kein Geld mehr für unsere Häuser übrig?“, fragt sich Antonio Niedda.
