Bewaffneter Raubüberfall, Drogenhandel, Stalking und schwere Verbrechen gegen die öffentliche Verwaltung, in die der Stadtrat von Selargius, Luigi Gessa, verwickelt ist.

Aufgrund dieser Anklagepunkte ergriff die Polizei im Rahmen einer komplexen polizeilichen Ermittlung Vorsichtsmaßnahmen gegen 14 Personen: Acht wurden inhaftiert, fünf wurden unter Hausarrest mit elektronischer Fußfessel gestellt, und ein weiterer Verdächtiger wurde verpflichtet, sich bei der Kriminalpolizei zu melden.

Die restriktiven Maßnahmen wurden vom Untersuchungsrichter auf Antrag der Bezirksdirektion für die Bekämpfung der Mafia erlassen, welche die Ermittlungsergebnisse der Fliegenden Einheit mitgeteilt hatte.

Zu den Festgenommenen gehörten neben Stadtrat Luigi Gessa auch Cristian Bibbò (aus Assemini), Michela Galioto (aus Selargius), Daniele Loddo (aus Selargius), Fabio Melis (aus Selargius), Pier Paolo Orrù (aus Assemini), Angelo Saba (aus Cagliari) und Giovanni Vacca (aus Selargius).

Cristian Carreras (aus Quartu), Antonella Damu (aus Quartu), Giuseppe Floris (aus Monserrato), Elisa Portas (aus Quartu) und Emmanuele Saba (aus Selargius) stehen unter Hausarrest. Serafino Olianas (aus Cagliari) muss sich anmelden.

Der Raubüberfall


Die Ermittlungen begannen nach einem bewaffneten Raubüberfall in Assemini im August 2023, an dem eine vorbestrafte Person beteiligt war . Eine Gruppe von vier Erwachsenen und einem Minderjährigen erbeutete 60.000 € Bargeld sowie eine große Menge Drogen.
Die anschließenden Ermittlungen, die mittels Telefonüberwachung und Auswertung von Computergesprächen durchgeführt wurden, deckten die Existenz einer strukturierten kriminellen Organisation auf, die sich auf die Beschaffung und den Vertrieb von Drogen im Raum Cagliari spezialisiert hatte. Die Organisation verfügte über klar definierte Rollen und ein stabiles Netzwerk von Personen mit und ohne Vorstrafen, darunter auch Minderjährige.
Es wurde eine Organisation skizziert , die von zwei Promotern geleitet wurde, welche den Drogenhandel direkt steuerten und sowohl den Einzelhandel als auch den Verkauf größerer Mengen an andere Dealer im Großraum überwachten.
Die Organisation belieferte die Drogenhandelszentren von Cagliari, Selargius, Quartu und Assemini mit Marihuana, Haschisch und Kokain und nutzte dabei bewährte Methoden. Die Drahtzieher koordinierten Beschaffung, Vertrieb und Einnahmeneinzug. Dieser Drogenhandel erwirtschaftete vermutlich extrem hohe Gewinne, wie die wiederholten Beschlagnahmungen großer Geldsummen und das umfangreiche Netzwerk dokumentierter Geldtransfers belegen. Das Zentrum in Selargius galt dabei als das stabile Epizentrum des Einzelhandels.

Stalking und Einschüchterung


Obwohl er offenbar keine Verbindung zum Drogenhandel hat, ist das Bild, das sich im Hinblick auf das Verhalten von Luigi Gessa, einem Ratsmitglied von Selargius, abzeichnet, besonders alarmierend. Dieses Verhalten gipfelte in der Brandstiftung am Auto seiner Ex-Partnerin, das zuvor bereits unter anderen Umständen Opfer der mutwilligen Zerstörung zweier weiterer Fahrzeuge geworden war.
Die Ermittlungen dokumentierten, so die Erklärung, „eine fortschreitende und gravierende Eskalation von Gewalt, Misshandlungen, Bedrohungen und Verleumdungen, was die hohe Gefährlichkeit des Verdächtigen bestätigt. Zusätzlich zur Anordnung der Brandstiftung soll er den Tätern Anweisungen für einen Einbruch oder Raubüberfall gegeben haben, bei dem es um dasselbe Opfer ging – ein Ereignis, das nur dank des rechtzeitigen Eingreifens der Ermittler der Flying Squad verhindert werden konnte.“
Gleichzeitig haben die Ermittlungen ein komplexes und systematisches Muster von Straftaten gegen die öffentliche Verwaltung aufgedeckt, das durch einen verzerrten und persönlichkeitsbezogenen Gebrauch des öffentlichen Amtes gekennzeichnet ist. Der örtliche Verwaltungsbeamte soll seine institutionelle Rolle ausgenutzt haben, um unzulässigen Druck auszuüben, das Handeln von Privatpersonen zu beeinflussen und Verwaltungsentscheidungen unter Verstoß gegen die Grundsätze der Rechtmäßigkeit, Unparteilichkeit und ordnungsgemäßen Verwaltungspraxis zu beeinflussen.
Den Ermittlungsergebnissen zufolge soll der Verdächtige Beamte und Führungskräfte eines Entsorgungsunternehmens eingeschüchtert und durch unzulässige Personaleinstellungen und Verhaltensweisen sowie die Androhung finanzieller Konsequenzen dazu gezwungen haben. Diese Maßnahmen erfolgten nicht ohne Widerspruch des Unternehmens. Gleichzeitig wurden wiederholte Fälle von unrechtmäßiger Nutzung öffentlicher Ressourcen und Dienstleistungen zum persönlichen Vorteil dokumentiert, wobei städtische Vorschriften und Bestimmungen zum Schutz des öffentlichen Interesses missachtet wurden. Die Ermittlungen deckten zudem Korruptionspraktiken auf, die darin bestanden, finanzielle Vorteile für das Unterlassen erforderlicher Maßnahmen und die Vernachlässigung der Aufsichtsbefugnisse zu erhalten.

Das tausend-Euro-Bestechungsgeld

In einer der wichtigsten Phasen der Ermittlungen dokumentierte die Sonderkommission im Oktober 2024 die Übergabe von 1.000 € in bar durch einen Geschäftsmann an einen Beamten. Die Zahlung erfolgte mutmaßlich als Entschädigung für dienstwidriges Verhalten, mit dem die Meldung von Umweltverstößen eines Gewerbebetriebs vermieden werden sollte. Das entstandene Bild zeichnet das Bild einer auf private Interessen ausgerichteten öffentlichen Verwaltung, gekennzeichnet durch wiederholtes Fehlverhalten, Missachtung von Regeln und systematische Verstöße gegen die Amtspflichten. Die Justizbehörden stufen dies als besonders besorgniserregend für die Gesellschaft ein und ergreifen daher Vorsichtsmaßnahmen.
Die Operation wurde mit Unterstützung von Personal der Fliegenden Einheit durchgeführt.
Polizeistationen in Quartu Sant'Elena, Carbonia und Iglesias, die Kriminalpräventionseinheit Sardinien, die Flugstaffel und die Hundestaffeln.
(Unioneonline/D)

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