Pintor-Brüder sterben bei Unfall mit Fiat 129, mysteriöse Umstände bei den Fahrzeugpapieren
Im Prozess um das Nuoro-Macomer-Unglück: Das Gericht fordert die Dokumente zur Leitplanke an. Anas: Wir haben sie nicht.Das Auto nach dem Unfall
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„Ich bin schockiert. Menschen sterben auf Sardiniens Straßen, und wir erfahren, dass es nicht einmal Dokumentationen über deren Bau gibt.“ So reagierte Giovanni Pintor auf Anas’ Antwort, nachdem das Zivilgericht Nuoro ihn angewiesen hatte, innerhalb von 30 Tagen die Dokumentation zu Konstruktion und technischen Spezifikationen der Leitplanke an der Staatsstraße 129 vorzulegen. Dort waren am Weihnachtstag 2017 die Brüder Matteo und Francesco Pintor ums Leben gekommen, als die Leitplanke ihren Fahrgastraum durchbohrte und sie dabei tödlich verletzte. Ende Juli hatte Richter Riccardo De Vito Anas angewiesen, dem technischen Berater, Ingenieur Paolo Marcialis, die notwendigen Dokumente zur Rekonstruktion der Geschichte dieser Infrastruktur zur Verfügung zu stellen: technische und Konstruktionsunterlagen, Genehmigungen, Zulassungen, Wartungs- und Prüfberichte sowie alle weiteren Informationen, die zur Überprüfung der Eigenschaften, der Konstruktion, der Installation und der Sicherheit der Leitplanke nützlich sind. Nach 30 Tagen antwortet Anas nun: „Wir haben die Dokumentation nicht.“
Die Nachrichten
Der Straßenbaumanager erklärte, dass „trotz gründlicher Archivrecherche keine technischen Dokumente zur Leitplanke und der angrenzenden Straße gefunden werden konnten“. Anas betont, dass das Projekt aus den 1970er-Jahren stammt und es damals weder ein Katalogisierungssystem noch ein präzises Archivierungssystem gab. Laut Pintor gibt es jedoch noch einen weiteren Faktor, auf den sich Anas stützt und der die Suche nach den technischen Unterlagen unmöglich macht: In den 1980er-Jahren brach in den Archiven des alten Anas-Hauptsitzes in Cagliari eine Wasserleitung, wodurch die Räume, in denen die Dokumente gelagert waren, überflutet wurden. Die gesuchten, aber nicht gefundenen Dokumente könnten vernichtet worden sein.
Der Prozess
Das Gericht hatte den technischen Berater angewiesen, die Dokumentation auch ohne Zustimmung des Betreibers zu beschaffen. Richter Riccardo De Vito hob die vorherige Anordnung auf, die im November den Zugang zu den Dokumenten nach einer Ablehnung durch die ANAS untersagt hatte. Diese Ablehnung hat die Dokumente nun unzugänglich gemacht. Die Angelegenheit wird in den kommenden Tagen im Rahmen der Anhörung geprüft. Inzwischen wurde die „Todeskurve“ nach dem Engagement des Vereins #AdessoBasta komplett neu erstellt. „Heute stirbt niemand mehr auf dieser Kurve“, erinnert sich Pintor und betont: „Aber Menschen sterben weiterhin auf Sardiniens Straßen. Es erscheint mir unfassbar, dass eine Behörde, die einen Großteil des italienischen Straßennetzes verwaltet, nicht über die technische Dokumentation für die Infrastruktur verfügt, auf der Menschen ihr Leben verlieren.“
