Fünfzig Jahre in der Toskana, ohne jemals ihre sardischen Wurzeln zu vergessen. Das ist die Geschichte von Maria Luigia Pilia, allen bekannt als Marisa, die im Rahmen des Auswandererfestivals in Gesico mit dem zweiten jährlichen Preis „Auswanderin des Jahres“ ausgezeichnet wurde.

Diese Auszeichnung würdigt jene Mitbürger, die, obwohl sie sich fernab der Insel ein Leben aufgebaut haben, weiterhin enge Verbindungen zu ihrer Heimat und zu Sardinien pflegen und sich gleichzeitig vollständig in die Gemeinschaften integrieren, die sie aufgenommen haben. Genau dies trifft auf Marisa Pilia zu, die vor einem halben Jahrhundert in die Toskana auswanderte. In Montemurlo baute sie sich ein Leben auf, gründete ein erfolgreiches Unternehmen, erwarb ein Haus und gewann im Laufe der Zeit den Respekt und die Zuneigung der Gemeinde. Ihr Wirken ist für viele sardische Auswanderer, sowohl alteingesessene als auch neu angekommene, zu einem wahren Vorbild geworden.

Im Laufe des Abends wurde die besondere Bedeutung der Beziehung zwischen Sardinien und der Toskana hervorgehoben. Der ehemalige Präsident des Circolo Narada von Montemurlo erinnerte an die Aufnahme- und Integrationspolitik der Toskana und bezeichnete sie als besonders beispielhaft in Italien. Marisa verkörpert mit ihrer Erfahrung diesen Integrationsprozess in idealer Weise. Sie ist eine dynamische Frau, die nicht nur von ihren Mitbürgern, sondern auch von der Stadtverwaltung und den Institutionen von Montemurlo und Prato bekannt und geschätzt ist. Die vollständige Integration in eine neue Gemeinschaft, ohne die Verbindungen zu Gesico und Sardinien zu verlieren, ist keine Selbstverständlichkeit. Und genau dieses Gleichgewicht zwischen Integration und Identität macht die Auszeichnung für Marisa so bedeutsam.

Die Auszeichnung wurde ihr von Pro Loco und der Gemeinde Gesico im Anschluss an einen musikalischen Abend mit Panky Alma und Matteo Trullu überreicht. Marisa erhielt Applaus vom Publikum und eine symbolische Umarmung ihrer Heimatgemeinde. Die Auszeichnung „Auswanderin des Jahres“ erhält somit eine Bedeutung, die über eine einzelne persönliche Geschichte hinausgeht: Sie würdigt die tiefe Verbundenheit zwischen denen, die ihre Heimat verlassen, und dem Ort, an dem sie bleiben – jenes unsichtbare Band, das weder Zeit noch Entfernung zerreißen können. Gesico gratuliert Marisa Pilia herzlich und dankt ihr dafür, dass sie seit fünfzig Jahren in der Toskana den Namen und die Erinnerung an ihre Heimatstadt bewahrt. Und schon im nächsten Jahr wird sie wieder mit einer neuen Geschichte von Auswanderung, Identität und Wurzeln geehrt.

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