Das Tempio Pausania Court of Review hat die Anordnung zur Beschlagnahme von Vermögenswerten gegen Claudio Tollis, ehemaligen Gemeinderat der Gemeinde La Maddalena, bestätigt. Gegen ihn und seinen Neffen Alessio Brunetti wird wegen schweren Betrugs gegen die Europäische Union, Veruntreuung und widerrechtlicher Aneignung öffentlicher Gelder ermittelt.

Die Entscheidung betrifft eine Maßnahme zur Einfrierung von Vermögenswerten im Wert von rund 100.000 Euro. Laut Ermittlungen der Finanzpolizei (Palau Guardia di Finanza, Fiamme Gialle), koordiniert von der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO), wurden Mittel für den Bau eines Kiosks am Strand von Cardellino in La Maddalena beantragt und bewilligt – ein Projekt, das nie realisiert wurde. Tollis’ Anwalt, Strafverteidiger Luigi Esposito, erklärte, die Bauarbeiten hätten sich aufgrund von Problemen auf der Baustelle verzögert. Richterin Marcella Pinna folgte der Argumentation der Europäischen Staatsanwaltschaft, die falsche Unternehmensangaben und gefälschte Steuerdokumente zur Erlangung von Genehmigungen und Fördermitteln vorwirft.

Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) verfolgt die wirtschaftliche Lage in Olbia und Gallura mit besonderem Interesse und überwacht Geschäftstätigkeiten (sowie öffentliche Maßnahmen), die mit EU-Mitteln gefördert werden. Diese Arbeit, die auch in Zusammenarbeit mit lokalen Kontrollbehörden und der Kriminalpolizei durchgeführt wird, betrifft die EU-Förderung der Landwirtschaft (einschließlich Agri-Photovoltaik), den Bau und die Modernisierung von Industrieanlagen sowie Projekte zur Tourismusförderung (Schulungen und Informationsveranstaltungen). Auch grenzüberschreitender Betrug wird verfolgt. Die für Italien zuständigen Staatsanwälte haben sich bereits mit den Leitern der Guardia di Finanza in Cagliari getroffen.

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