Eine 68-jährige Frau aus Sassari und ihre 40-jährige Tochter Federica Cossu sitzen seit über drei Monaten auf Sardinien fest. Bürokratische Hürden und überfüllte sardische Krankenhäuser verhindern ihre Rückkehr auf die Insel, seit die 68-Jährige im Urlaub innerhalb von drei Wochen zwei Darmperforationen und einen Abszess erlitt.

„Nach den Operationen hatten die Ärzte sie schon aufgegeben“, erinnert sich Federica. Doch die düsteren Prognosen von der Intensivstation erwiesen sich als falsch, denn die Patientin erholte sich trotz ihrer Krebserkrankung in nur etwas mehr als einem Monat.

Eine Fata Morgana

Doch es ist kein Happy End: „Ich bat das Niguarda-Krankenhaus in Mailand, meine Mutter aufzunehmen.“ Es ist Juli, und nach zwei Wochen kommt die Absage. Sardinien wird das Ziel. „Am 6. August stelle ich eine Anfrage an die Poliklinik in Cagliari; am 10. erhalte ich die Antwort, dass man die Verfügbarkeit prüfen werde; am 18. erkundigt man sich nach dem Gesundheitszustand meiner Mutter, um die am besten geeignete Station auszuwählen.“ Und während die 68-Jährige in diesen zwei Wochen auf eine internistische Station verlegt und nach Italien geflogen werden kann, trifft sie am 20. der nächste Rückschlag. „Sie hatte eine Infektion mit Sepsis.“ Das Warten zieht sich in die Länge, das Zeitfenster schließt sich, nur um sich einige Tage später wieder zu öffnen – doch die Geschichte hat sich nicht verändert.

Am 31. August teilte die Poliklinik Mutter und Tochter mit, dass es dort zu einem akuten Bettenmangel komme, wodurch die gesundheitliche Notlage auf Sardinien auch jenseits der Landesgrenzen spürbar wurde.

Emanuele Floris

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