Sollte jemand den Verdacht hegen, der Ausbau erneuerbarer Energien sei ein Randphänomen, genügt eine Zahl: 370.000 Hektar Sardiniens, eine Fläche von 24.000 Quadratkilometern, sollen mit Windkraftanlagen und Solarmodulen bebaut werden. Das entspricht einem Sechstel der Insel. 15,41 Prozent der Fläche hat die italienische Regierung mit dem Gesetz 4/2026 zur Energiewende 5.0 als geeignete Gebiete ausgewiesen. Deshalb steht eine neue Mobilisierungswelle bevor.

Das Urteil Nr. 127 vom 16. Juli zeigt, dass die Stadtplanung das einzige Hindernis für Spekulationen darstellt, wobei zwei Kernpunkte in diesem Kampf als Meilenstein gelten werden. Erstens hat der Schutz von Boden und Landschaft Vorrang vor grüner Energie. Zweitens ist die städtebauliche Einstufung eines Grundstücks entscheidend für die Entscheidung, ob und wo Kraftwerke errichtet werden sollen.

Die Bürgermeister

Gianna Masu, Bürgermeisterin von Tempio, formuliert die Herausforderung: „Spekulationen im Energiesektor ein Ende zu setzen, ist Teil unseres Programms. Wir werden dies erreichen, indem wir den öffentlichen Stadtentwicklungsplan (PUC) zurückfordern, denn die Stadtplanung ist das wichtigste Instrument, um Land zu bewirtschaften und es vor Verarmung zu schützen: Wer derzeit in erneuerbare Energien investiert, profitiert von großzügigen Subventionen, ohne dass dies einen wirklichen Einfluss auf die Wirtschaft unseres Landes hat.“ Mandas stimmt zu. „Ich sehe keinen anderen Weg“, sagt Bürgermeister Umberto Oppus.

Von der Präsidentin des Gemeindeverbandes, Daniela Falconi: „Sardinien muss sein Territorium vor jeglicher Spekulation schützen und klare Regeln einführen, die Transformationen steuern, anstatt sie ihnen zu unterwerfen. Ich befürworte die Diskussion über Pratobello oder die PPR und die Stärkung der Rolle, Befugnisse und Vorrechte der Gemeinden innerhalb eines einheitlichen regionalen Rahmens. Dies könnte eine Chance sein, eine Vision zu entwickeln, die neben dem Landschaftsschutz festlegt, wo und wie wir saubere Energie erzeugen und gleichzeitig die Entwicklung fördern wollen: moderne Landwirtschaft und Viehzucht, Forstwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe, neue Unternehmen und Arbeitsplätze.“

Alessandra Carta

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