„Bortigali, welch eine Schande!“ Bürgermeister Francesco Caggiari hat nach dem mysteriösen Angriff auf Stadtrat Tonio Floris, ein Mitglied der Regierungskoalition, eine harte Haltung eingenommen. Floris’ Autos, die vor seinem Haus in der Via Grazia Deledda geparkt waren, wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Brand gesetzt.

Ein Vorfall, der die bevorstehende Wahlkampagne zur Neubesetzung des Stadtrats, deren Wahlen im Juni stattfinden sollen, zusätzlich anheizt.

Der Bürgermeister liefert daraufhin eine äußerst düstere Analyse der Situation. „Was geschehen ist, ist eine feige Tat, die ohne Wenn und Aber verurteilt werden muss“, schreibt er. „Verübt wurde sie gegen eine Person und ihre Familie, die seriös und wohlerzogen waren, zurückhaltend, aber stets für alle da, in das soziale Gefüge der Stadt integriert, dabei aber immer diskret und nie übertrieben, nie aufdringlich oder prahlerisch. Ein überaus zuverlässiger Mensch, für den Fleiß und Integrität oberstes Gebot waren.“

Der Bürgermeister geht über bloße Solidaritätsbekundungen hinaus. „Ich glaube, dass einige Leute, insbesondere in den letzten Jahren, alles darangesetzt haben, die Brunnen zu verschmutzen und ein feindseliges, fast guerillaartiges Klima zu schaffen, das in unserer Stadt, die für ihre hohe Lebensqualität, Gastfreundschaft und ein soziales Gefüge ohne größere Spaltungen bekannt ist, absolut nichts zu suchen hat. Hier zu leben, zu wohnen und Kontakte zu pflegen war ein wahres Vergnügen.“ Für den Bürgermeister klingen solche Vorfälle wie eine Niederlage für alle. „Durch diese nächtlichen Auseinandersetzungen verlassen die ruhigen Menschen Bortigali, anstatt sich hier niederzulassen, und tragen so weiter dazu bei, dass sich die Stadt in eine Gemeinschaft von Barbaren und Arroganten, von Tyrannen und Menschen verwandelt, die sich nicht an die Regeln des demokratischen Zusammenlebens halten wollen.“

Caggiari zitiert ein sardisches Sprichwort: „Sa linna de su monte brusia su monte.“ Er fügt hinzu: „Wer Bortigali und seinen Einwohnern schadet, kommt nicht von weit her; es ist ein Verwandter von uns, ein Nachbar, jemand, den man täglich auf der Straße oder in der Kneipe sieht, jemand, der in mancher Hinsicht sogar über jeden Verdacht erhaben ist, aber dennoch jemand mit einem schlechten Herzen, der die Atmosphäre für alle verdüstert. Es stimmt, dass man, wenn man ganz unten angekommen ist, nur wieder aufstehen kann. Das ist die Hoffnung und der Wunsch für meine Stadt und ihre Zukunft.“

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