Die Richterin Claudia Sechi hat den Antrag auf Einstellung des Verfahrens wegen Suizids im Fall des 40-jährigen Wachmanns Danilo Cancedda zurückgewiesen. Cancedda wurde am 13. Februar 2025 in Santa Gilla, in der Nähe des Einkaufszentrums, tot aufgefunden. Am Mittwoch beginnen die Labore der Kriminalpolizei mit speziellen Untersuchungen an zwei Teppichmessern, dem um seinen Hals gefundenen Sicherheitsgurt und den biologischen Spuren an Türgriff, Lenkrad und Schalthebel seines Fiat Punto. Die Familie glaubt nicht an einen Suizid und hat daher gegen die Einstellung des Verfahrens Berufung eingelegt. Sie hat die Richterin angewiesen, die Ermittlungen um weitere sechs Monate fortzusetzen.

Neue Ermittlungen

Der Untersuchungsrichter gab der Berufung der Familie des Sicherheitsmannes, der Anwälte Mauro Trogu und Attia Alfano sowie des Kriminologen Mario Meloni gegen den Antrag der Staatsanwältin Diana Lecca auf Einstellung des Verfahrens statt. Der Fall ist weiterhin von zu vielen Ungewissheiten umgeben, die sich in der Anordnung des Richters zur Verlängerung der Ermittlungen um weitere sechs Monate widerspiegeln. Cancedda, ein Angestellter des Sicherheitsinstituts Coopservice, wurde erhängt an einem Baum gefunden. Um seinen Hals lag der Sicherheitsgurt seines auf seine Mutter zugelassenen Fiat Grande Punto. Die Familie hat jedoch eine alternative Rekonstruktion vorgeschlagen, die nicht auf Selbstmord hindeutet, und hebt eine Reihe medizinisch-rechtlicher Probleme hervor, die ihrer Ansicht nach mit der Hypothese eines freiwilligen Handelns unvereinbar sind.

So viele Zweifel

Laut den Anwälten ergeben viele Dinge keinen Sinn. Dazu gehören die kurze Zeitspanne zwischen dem Verschwinden des 40-Jährigen und seinem Auffinden, das Fehlen typischer Erhängungsspuren, eine Halswunde, die weder tief noch geeignet ist, einen schnellen Tod herbeizuführen, und ein rötlicher Fleck am Bauch, der vom Sachverständigen nicht erwähnt wurde. Hinzu kommen Zweifel am Gürtel selbst und dem bei dem Verstorbenen gefundenen Cuttermesser: Laut Aussage der Familie passen die Schnitte am Gürtel nicht zu dem Werkzeug, und die Seriennummern wurden nicht mit denen des im Auto gefundenen Gürtelsegments abgeglichen. Außerdem wurde Canceddas Leiche kniend gefunden, was gegen die Theorie spricht, er sei durch einen Sturz erstickt.

Weitere Zweifel

Die Angehörigen des 40-Jährigen beschrieben ihn später als ruhigen, zukunftsorientierten Menschen mit geplanten Hochzeitsvorbereitungen; er hatte sogar schon einen Verlobungsring gekauft. Richterin Sechi stellte in ihrem Beschluss klar, dass die Bestätigung der alternativen Theorie nicht deren Gültigkeit bedeute, sondern vielmehr der Überprüfung die Vollständigkeit der Ermittlungen diene. Sie ordnete daher eine Reihe technischer und wissenschaftlicher Untersuchungen an: eine erneute forensische und toxikologische Untersuchung, Tests am Gürtel und am Cutter (einschließlich eines forensischen Experiments) sowie gegebenenfalls Computer-, Umwelt- und Zeugenbefragungen, sollten die ersten Ergebnisse Szenarien aufzeigen, die eine umfassendere Untersuchung erfordern. Die Untersuchungsrichterin schloss jedoch zum jetzigen Zeitpunkt eine Anklageerhebung aus, da die Beweislage zur Identifizierung konkreter Verantwortlicher nicht ausreiche.

Nach Erhalt des Befehls zur Wiederaufnahme des Verfahrens begann Staatsanwältin Diana Lecca umgehend mit der Anordnung neuer Untersuchungen durch die Kriminalpolizei: Die Laboruntersuchungen beginnen am Dienstag.

Francesco Pinna

© Riproduzione riservata