Cabras, Nicola Poddis erstes Barfußrennen: „Ein Traum wird wahr.“
Der 17-Jährige bereitet sich darauf vor, die Statue des Heiligen Salvatore in das Dorf auf dem Land zu tragen.Die Vorfreude ist überwältigend, so groß ist der Wunsch, dabei zu sein, Erfolg zu haben und dann inneren Frieden zu finden. Die Veteranen sind bereit, die ihnen wohlbekannten Strapazen erneut zu durchleben, doch für diejenigen, die zum ersten Mal das Gewand tragen, sind es besondere Tage voller Anspannung, Angst und Sorge. Noch können sie sich nur vorstellen, wie es sein wird, wenn auch sie sich unter jenen friedvollen Menschen in Weiß wiederfinden, die am Samstagmorgen im Morgengrauen barfuß und laufend die Statue des Heiligen Salvatore von Caras in das Dorf tragen. Wenn sich die Anstrengung wie durch ein Wunder in Erleichterung verwandelt. Wenn die schmerzenden Füße, geschwärzt vom Staub und abgenutzt von den Steinen der Sinis, unermüdlich laufen, angetrieben und ermutigt von Glauben und Hingabe. In diesen Tagen in Cabras scheint alles stillzustehen, aus Respekt vor denen, die im Begriff sind, ihr Gelübde zu erfüllen. Der Moment, auf den die Menschen von Cabras das ganze Jahr warten, ist endlich gekommen. Nicola Poddi, 17, ist gerührt und weint wie ein kleines Kind, als er seinen von seiner Großmutter gewaschenen und gestärkten Ordenshabit betrachtet, der stolz im Wohnzimmer seines Elternhauses hängt: „Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Als ich klein war und meinen Vater unter all den Läufern sah, dachte ich, ich möchte eines Tages auch dort sein. Dann, mit sechs Jahren, zog ich mit meiner Familie nach Bologna, aber vor ein paar Monaten kehrte ich beruflich nach Cabras zurück und fragte sofort, ob ich am San-Salvatore-Lauf teilnehmen dürfe, da mein Vater aus Cabras stammt. Ich gehöre zur 33. Gruppe“, sagt er stolz. „Ich werde den Heiligen zusammen mit meinen Cousins Davide und Daniele tragen. Aber vor allem werde ich im Ordenshabit meines Vaters laufen, der mich von Weitem begleiten wird: Für mich wird es sein, als wäre er an meiner Seite. Er wird mir Schutz und inneren Frieden schenken. Da bin ich mir sicher.“ Nicola ist ein Sportler und scheut keine harte Arbeit: „Hier geht es ganz sicher um Glauben, um die Verantwortung, einen Heiligen zu tragen, eine jahrhundertealte Tradition fortzuführen. Ich bin stolz darauf. Alle ermutigen mich und sagen mir, dass ich während des Rennens nie allein bin und dass ich, sobald wir das Dorf erreichen, keine Müdigkeit mehr spüren werde, sondern nur noch Tränen und Emotionen. Ich bin bereit, all das zu erleben. Es wird der schönste Tag meines Lebens sein.“