Es ging nicht nur um Neujahrsgrüße und Panettone. Während der Feiertage in Cabras mangelte es nicht an Spannungen, Beleidigungen und Belästigungen gegenüber den Jugendlichen, die im Migrantenzentrum an der Via Tharros untergebracht waren. Verübt wurden diese Vorfälle von einer Gruppe einheimischer Minderjähriger.

Und es ist nicht das erste Mal. Mehrere ältere Anwohner und Mütter, die mit ihren kleinen Kindern spazieren gingen, wurden ebenfalls angegriffen. Zahlreiche Anzeigen sind bei der Polizeiwache und den städtischen Ämtern eingegangen.

Diesmal wollte jedoch jemand einen weiteren Vorfall melden, der sich vor einigen Tagen auf der Piazza Stagno ereignet hatte. Es war auch ein Weg, die Eltern der Kinder zu alarmieren, in der Hoffnung, dass sie so schnell wie möglich eingreifen würden.

Das ist Jamal Imuhammad, 26 Jahre alt, ein Bewohner des Migrantenzentrums. Er ist Arbeiter: Abends arbeitet er als Kellner in einem Restaurant in der Nähe und nachts als Lagerarbeiter in einem Unternehmen in Santa Giusta.

„Ich telefonierte gerade mit meiner Mutter und war sehr aufgebracht wegen des sehr ernsten Gesundheitszustands meines Großvaters, als eine Gruppe von Kindern, allesamt Minderjährige im Alter zwischen 12 und 15 Jahren, anfing, sich über mich lustig zu machen, auf Sardisch zu fluchen, das ich jetzt gut kann, und mich zu beleidigen“, sagt der junge Mann.

Zuerst tat ich so, als wäre nichts passiert und ging weiter, doch dann bewarfen sie mich mit Kieselsteinen. Daraufhin blieb ich stehen und versuchte ihnen zu erklären, wie wichtig Respekt ist, aber vergeblich. Sie lachten und neckten mich weiter. Schließlich blieb ich stehen, machte ein Foto von allen und postete es in den sozialen Medien. Ihre Gesichter waren unkenntlich gemacht, aber ihre Fahrräder deutlich zu sehen. Ich hoffe, ihre Familien greifen ein. Nur dann kann diese Grausamkeit gegen uns und andere vielleicht endlich ein Ende haben. Ich wollte die Administratoren auch über den Vorfall informieren.

Bürgermeister Andrea Abis verspricht Maßnahmen gegen das Phänomen : „Wir werden nach diesem jüngsten, sehr schwerwiegenden Vorfall selbstverständlich eingreifen“, sagt er. „Wir werden den Fall untersuchen und gemeinsam mit Sozialarbeitern die Kinder zu Hause aufsuchen. Diese Bande von Schlägern muss gestoppt werden. Bestimmtes Verhalten ist nicht länger hinnehmbar.“

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