Sieben Kilometer Mühe, Glaube. Es sind Töchter, Mütter, Großmütter. Für jede hat jeder Schritt eine andere Bedeutung. Es ist eine innere Reinigung, eine Befreiung nach dem Leid des Jahres, über das viele lieber nicht sprechen. Es ist Punkt 9 Uhr morgens, als 400 barfüßige Frauen am Dorfeingang ankommen: Ihre Familien, aber auch viele Touristen heißen sie willkommen, und Monsignore Giuseppe Sanna sagt: „Gut gemacht, gut gemacht!“

Sie erreichten das Dorf San Salvatore, nachdem sie acht Kilometer auf den Feldwegen des Sinisgebirges gelaufen waren, um Santu Srabadoeddu von der Kirche Santa Maria in Cabras in das alte Dorf zu bringen . Für sie ist es eine Pflicht, das ganze Jahr über Ruhe zu bewahren. So sagen sie nach stundenlanger Arbeit, Gebeten, Liedern und Tränen. Im Morgengrauen brachen sie in der traditionellen Tracht des Dorfes auf. Wie immer kündigt die Explosion von Knallkörpern den Beginn des alten Rituals an. Inmitten der Menschenprozession sind viele Gebete zu hören; ansonsten herrscht absolute Stille. Manche lächeln, andere ziehen sich zurück und halten den Kopf gesenkt.

Carola Pinna e Rosalba Loi (foto Sara Pinna)
Carola Pinna e Rosalba Loi (foto Sara Pinna)
Carola Pinna e Rosalba Loi (foto Sara Pinna)

Doch es gibt auch Menschen, die weinen, weil diesmal alles anders ist . Für Carola Pinna, 17, und Rosalba Loi, 50, Tochter und Ehefrau des kürzlich verstorbenen Luigi Pinna, war der Weg des Glaubens diesmal schwieriger: „Wir haben die ganze Zeit mit ihm geplaudert“, erzählen sie, als sie ihr Ziel erreichten. „Er hat uns Mut gemacht, es war wunderschön. Er hat uns sogar gesagt, dass er selbst bereit für den Barfußlauf ist.“ Doch dann werden die Emotionen so groß: Rosalba und Carola fällt es schwer, ihre Gefühle weiter zu teilen.

Die kleine Statue wird bis Montag, den 8. September, dem Tag der Rückkehr von Santu Srabadoeddu nach Cabras, in der Dorfkirche ausgestellt . Die Frauen werden denselben Weg zurückgehen, und erst dann wird das Gelübde erfüllt. Die Feierlichkeiten beginnen heute in den kleinen Ladrini-Häusern. Die nächsten aufregenden Momente erwarten uns am nächsten Samstag. Barfuß werden 900 Menschen auf denselben Wegen des Sinis laufen und die Statue des Heiligen auf ihren Schultern tragen. Und die Tränen werden noch heftiger sein. Bei allen.

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