Keanu Reeves, seit jeher eine Ikone von Charakter und künstlerischem Feingefühl, hat im Laufe seiner langen und erfolgreichen Karriere bewiesen, wie sich Erfolg festigen lässt, wenn er auf Respekt und professioneller Integrität gründet. Geprägt von einschneidenden Lebenserfahrungen – wie dem Verlust seiner Tochter und seiner Partnerin – und von seinen Fans für die zahlreichen Berichte über seine Großzügigkeit und seinen Altruismus gelobt, begann der libanesische Star Anfang der 1990er-Jahre in Hollywood Fuß zu fassen und spielte in Kultfilmen wie Gus Van Sants „My Own Private Idaho“, Kathryn Bigelows „Point Break“ und Francis Ford Coppolas „Dracula“.

Doch vor allem „Matrix“, der von den Wachowski-Schwestern geschaffenen Science-Fiction-Filmreihe, verdankt der Schauspieler seinen größten Ruhm. Er wurde untrennbar mit dem Bild von Neo und dessen außergewöhnlichen Kräften verbunden. Nach einer weniger prägnanten Phase – in der er dennoch in anderen bemerkenswerten Filmen wie Francis Lawrences „Constantine“ und Richard Linklaters „A Scanner Darkly“ mitwirkte – kehrte Reeves mit „John Wick“, der von Chad Stahelski kreierten Action-Saga, ins Rampenlicht zurück und feierte damit eine zweite berufliche Wiedergeburt.

Nachdem er über viele Jahre hinweg ein breites Spektrum an Rollen und Genres erkundet hat, kehrte Reeves kürzlich mit „Outcome“ zurück, einer schwarzen Komödie, geschrieben und inszeniert von Jonah Hill – bekannt für Erfolge wie Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“ –, in der er neben Stars wie Cameron Diaz, Matt Bomer und Hill selbst zu sehen ist. Der Film, exklusiv auf Apple TV+ verfügbar und seit dem 10. April abrufbar, zeigt die intimste und melancholischste Seite des Regisseurs und erzählt von einer Reise voller schwieriger Entscheidungen, Reue und Hoffnungen für die Zukunft.

Wir erfahren die Geschichte von Reef Hawk, einem Hollywoodstar am Rande einer Krise, nachdem ein kompromittierendes Video seinen Ruf für immer zu zerstören droht. In der Hoffnung, den Täter zu entlarven, muss Reef sich unerwartet zunächst mit sich selbst auseinandersetzen – unterstützt von einigen engen Freunden und dem Einverständnis seines Anwalts.

Gestützt auf seinen reichen Erfahrungsschatz und die Thematik des Films, nutzte Reeves die Promotiontour für „Outcome“, um erneut auf das Thema Arbeitsethik einzugehen. Auf die Frage nach einem konstruktiven Ratschlag für alle Nachwuchsschauspieler antwortete er – direkt und ironisch zugleich: „Versucht, kein verdammtes Arschloch zu sein.“ Und um seine Gedanken weiter zu verdeutlichen: „Geht zur Arbeit und respektiert eure Kollegen, bis sie euch beweisen, dass sie euren Respekt nicht verdienen. Versucht, kein Arschloch zu sein. Es mag nicht klappen, aber versucht es.“

Eine Überlegung, die zweifellos nicht wie eine banale Floskel oder ein reißerischer Angriff klingt, sondern auf den Erkenntnissen einer vierzigjährigen Karriere beruht. Auch die anderen Darsteller schlossen sich diesen Überlegungen an: Matt Boomer betonte insbesondere die Bedeutung von Bindungen und der Zuneigung derer, die einem zur Seite stehen, gerade in den schwierigsten Momenten: „Wenn man so viel Glück hat wie Reef, sollte man sich mit Freunden umgeben und an denen festhalten, die einen schon lange kennen. Sie sind es, die einem Halt geben, in guten wie in schlechten Zeiten.“

Natürlich konnte Cameron Diaz es sich nicht verkneifen, ihre Meinung kundzutun und über die Bedeutung von Ruhm und dessen natürliche Prägung der Persönlichkeit nachzudenken: „Es gibt keine Gebrauchsanweisung für Ruhm, also muss man sie selbst schreiben und seinem eigenen Drehbuch folgen. Man muss es sich zu eigen machen. Man weiß nie, wie es sein wird. Frag diejenigen, die du bewunderst, um Rat.“

Reeves' Engagement für seine Fans ist einmal mehr bemerkenswert: Nachdem er eine E-Mail von Bianca Mitchell-Avila, einer sechzehnjährigen Schachspielerin, erhalten hatte, beteiligte sich der Star an der Entstehung von „Madwoman's Game“, einem Dokumentarfilm über die Welt des Frauenschachs, der nun auf dem Miami Film Festival Premiere feiert. Aus diesem unerwarteten, aber sofort konstruktiven Austausch ging für die junge Spielerin die Verwirklichung ihres Traums hervor, eine noch wenig bekannte Welt zu dokumentieren – und Reeves' Unterstützung war ein zusätzlicher Gewinn: „Ich dachte: ‚Es wäre verrückt, gegen John Wick in einem epischen Match anzutreten.‘ Ich weiß, er ist sehr beschäftigt und hat vielleicht keine Zeit für so etwas Kleines, aber ich wollte es einfach mal versuchen.“

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