Seitdem er am Samstagnachmittag im Vico-See tauchte und verschwand, wird die Suche unvermindert fortgesetzt. Teams aus erfahrenen Tauchern und modernste Technik sind im Einsatz, um Luigi Cavallari, den Ehemann von Familienministerin Eugenia Roccella, zu finden. Bislang fehlt jedoch jede Spur von ihm.

Unterdessen überschlagen sich die Hasskommentare in den sozialen Medien. Premierministerin Giorgia Meloni nennt sie „niederträchtig und unmenschlich“. „Es gibt eine Grenze, die niemals überschritten werden darf, und das ist der Respekt vor menschlichem Leid“, sagt sie und fügt hinzu, dass all dies „auch das Ergebnis eines vergifteten Klimas ist, das einige viel zu lange angeheizt haben“.

Suchgeräte, darunter ferngesteuerte Unterwasserroboter (ROVs), wurden eingesetzt, um das Gebiet mithilfe von Kameras und Sonarsystemen gründlich abzusuchen. Ein Team der Feuerwehr Mailand traf ebenfalls mit einer speziellen Unterwasserdrohne ein, die noch detailliertere Suchvorgänge ermöglicht. Am späten gestrigen Nachmittag wurde zudem eine Simulation mit einem Rettungsboot durchgeführt, um die Bewegung des Bootes in der Strömung zu rekonstruieren und die genaue Stelle zu bestimmen, an der die 84-Jährige tauchte und nicht wieder auftauchte.

DIE HASSER

Und genau diese massive Rettungsaktion, die am Samstagnachmittag nach dem Alarm des Ministers eingeleitet wurde, löste in den sozialen Medien Hasskommentare aus. „Der Ehemann einer Frau ist nicht der Rede wert, während die Verwandten von Politikern die Nachrichten beherrschen“, „Wäre er Paola Rossis Mann gewesen, wäre die Suche nicht so gründlich gewesen“ und „Ganz Italien hätte sich auch für das Herz des kleinen Domenico mobilisieren müssen; er war erst zwei Jahre alt“, lauteten einige der Kommentare zu dem Unglück. „Er wollte vor ihr fliehen“, schrieb jemand. „Hätte er nicht einfach zu Hause bleiben können wie wir Normalsterblichen, die sich keine Bootsfahrten leisten können?“, argumentierte ein anderer. „Ich frage für einen Freund.“ Und einige erinnerten an die Tragödien auf See: „Wie viele Nicht-EU-Bürger sind im Mittelmeer ertrunken? Es ist zu einem Friedhof geworden, einem Ort der Trauer für alle.“

(Unioneonline)

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